Nach bisher durchwachsener Saison hat der achte Titel auf der European Tour bei Profigolfer Bernd Wiesberger Erleichterung ausgelöst. Mit der erfolgreichen Titelverteidigung in Dänemark hat sich der Österreicher in der Golf-Weltrangliste um gleich 15 Plätze auf Rang 50 verbessert und damit seinen Start bei den US Open (Top 60) abgesichert. Auch dem Ryder Cup ist Wiesberger wieder näher gerückt.

"Es ist unglaublich. Bei sechs Turnieren hatte ich die Möglichkeit, meinen Titel zu verteidigen. Die ersten sechs Male hat es nicht geklappt", sagte der Burgenländer in Farsö. Nun gehört der 35-Jährige wieder dem erlauchten und so wichtigen Kreis der Top-50-Golfer an, der ihm zusätzliche Starts auch auf der US-PGA-Tour sichert. Im Jahresranking (Race to Dubai) verbesserte sich Wiesberger um gleich 28 Plätze auf Rang 17.

Kein Wunder, dass sich Wiesberger im dänischen Himmerland wie im "Himmelland" fühlte. Während "Score-Maschine" Matthias Schwab nach Platz elf beim British Masters als Achter sein bereits fünftes Top-Ten-Ergebnis in diesem Jahr ablieferte, löste bei Wiesberger einer seiner Lieblingsplätze den bisherigen Knoten. Das ermöglichte dem Österreicher den mit 230.000 Euro dotierten Sieg, insgesamt seinen bereits neunten großen Titel. "Man hat gesehen was möglich ist, wenn die Rahmenbedingungen passen und er sich wohlfühlt", sagte Vater Klaus Wiesberger zur APA.

Wiesberger schrieb in Dänemark auch ein kleines Stück Golf-Historie. Als erstem Spieler seit Jon Rahm 2019 bei den Spanish Open ist dem Österreicher auf der Europa Tour eine erfolgreiche Titelverteidigung gelungen. Nur Wiesberger und der Weltranglistenerste Dustin Johnson (USA) haben seit 2019 vier Turniere gewonnen.

Sarah Schober ebenfalls stark

Damals hatte Wiesberger mit seinem Dänemark-Sieg erfolgreiche Wochen mit weiteren Siegen bei gleich zwei Rolex-Turnieren ausgelöst. "Ich habe es die ganze Woche gesagt. Ich spiele hier wirklich gerne", erklärte Wiesberger in Dänemark. "Hier zu spielen ist gut für mein Selbstvertrauen, vor allem nach den Wochen, in denen mein Spiel nicht so aufgegangen ist. Aber dieses Turnier hier holt offenbar das Beste aus mir heraus."
Durch den Sieg verbesserte sich Wiesberger auch in den Rankings für den Ryder Cup sowohl in der Europa- (6.) als auch Welt-Punkteliste (11.). Aber dem gebürtigen Oberwarter ist bewusst, dass Dänemark maximal der Anfang war.

"Bis zum Ryder Cup ist noch eine Menge Golf zu spielen", sagte er. "Ich wollte für den Moment vor allem eine gute Woche haben und besser Golf spielen. Das hat funktioniert, und mein Name ist wieder im Gespräch. Aber eines nach dem anderen. Ich brauche noch einige Wochen wie diese, dann wird sich alles von selbst ergeben." Deadline für den wegen Corona um ein Jahr verschobenen Prestige-Kampf der Golfer Europas gegen die USA ist der 12. September. Weiter geht es nun diese Woche in Hamburg.

Was für Wiesberger der Ryder Cup ist, ist für Sarah Schober Olympia. Nach dem Karriere-Höhepunkt mit Platz fünf beim Tourstart in Südafrika legte die Steirerin bei den Italian Open im GC Margara als 16. ein weiteres gutes Ergebnis auch hinsichtlich Tokio-Qualifikation nach. Im Jahresranking ist Schober schon Siebente. Christine Wolf wurde bei dem von der 18-jährigen französischen Amateurspielerin Lucie Malchirand gewonnen 200.000-Euro-Event im Piemont Zehnte. (apa)