Es hätte alles besser werden sollen. Nach seiner Pause und seinem Erstrunden-Ausscheiden bei den French Open wollte sich Österreichs Tennis-Ass Dominic Thiem in Ruhe auf die Rasensaison vorbereiten und beim ATP-Turnier auf Mallorca Selbstvertrauen tanken und sich für Wimbledon einschlagen. Doch es sollte anders kommen: Nach einem Freilos in der ersten Runde musste er gegen Adrian Mannarino beim Stand von 5:2 im ersten Satz aufgeben, sein Einsatz in Wimbledon wackelt aufgrund von Handgelenksbeschwerden.

Bei Untersuchungen am Dienstag im Krankenhaus von Palma de Mallorca hat es noch keine klare Diagnose über den Grad seiner Verletzung gegeben. Der Weltranglisten-Fünfte, der in Wimbledon als Nummer vier gesetzt wäre, möchte nun bei einem Spezialisten in Barcelona Gewissheit bekommen. "Ich bin sofort ins Spital von Palma de Mallorca gefahren, um ein MRI zu machen", wurde Thiem am Mittwoch via Turnier-Organisation von Mallorca zitiert. "Die Resultate waren nicht so klar, daher habe ich beschlossen, nach Barcelona zu fliegen, und es von einem Spezialisten anschauen zu lassen. Ich hoffe, ich kriege in den nächsten Tagen die Resultate und eine klare Diagnose."

Eine Entwarnung im Hinblick auf die am Montag beginnenden All England Tennischampionships ist aber eher nicht zu erwarten. Sein Physiotherapeut Alex Stober hatte schon am Dienstag wenig zuversichtlich geklungen, nachdem er gehört hatte, dass Thiem ein Knacken im Handgelenk gespürt habe: "Knacken ist grundsätzlich nie ein gutes Zeichen. Hoffen wir, dass es nur eine Verdrehung im Handgelenk war, mit dem Handwurzelknochen vielleicht eine leichte Kapselverletzung", meinte der Deutsche.

Noch vor Beginn der Mallorca Open hatte Thiem mit neuer Zuversicht und neuer Motivation in seine kurze Rasen-Saison geblickt. "Auch im Hinblick auf die Turniere nach Wimbledon, und dann auf Amerika, glaube ich, dass ich auf einem guten Weg bin. So wie ich mich bewege, körperlich und spielerisch, geht es alles in die richtige Richtung", sagte Thiem noch am Sonntag. Nun steht aber das weitere Programm völlig infrage.(apa/art)