In 46,70 Sekunden hat der Norweger Karsten Warholm am Donnerstag beim Diamond-League-Meeting in Oslo über 400 Meter Hürden den fast 29 Jahre alten Weltrekord von Kevin Young geknackt. Aus österreichischer Sicht zeigte Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger mit Rang drei auf. Mit 65,67 Metern landete der Olympiateilnehmer in einem stark besetzten Feld hinter dem schwedischen Weltmeister und dem Weltranglistenführenden Daniel Stahl und dem Slowenen Kristjan Ceh.

Die Diskus-Entscheidung über die Ränge 1 bis 3 fiel im sechsten Versuch in einem finalen Play-off. Dort kam Weißhaidinger nur auf 61,03 Meter, während Stahl und Ceh den Diskus auf je 65,72 Meter schleuderten. Seinen besten Wurf des Tages hatte Weißhaidinger bereits davor mit 65,67 Meter gezeigt. Da waren auch Stahl (68,65) und Ceh (66,68) stärker als bei ihrem finalen Versuch gewesen. Weißhaidinger, der direkt aus dem Training nach Oslo gekommen war, wird schon am Sonntag - dann in Stockholm - wieder in der Diamond League im Einsatz sein.

Auch Hudson stark

"Ich bin richtig happy, hätte persönlich nicht mit einem Top-Drei-Rang und einer Weite von über 65 Metern gerechnet. Wir haben zuletzt - im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Tokio - das Training zwei Wochen lang richtig forciert. Ich fühle mich nach wie vor ein bisschen ausgelaugt", meinte Weißhaidinger. "Im geschlagenen Feld landeten unter anderem auch Ex-Weltmeister Andrius Gudzius und Vize-Weltmeister Fedrick Dacres. Das kommt uns drei Wochen vor Tokio gerade recht", kommentierte Trainer Gregor Högler.

Mann des Abends war aber Warholm. Der 25-jährige Welt- und Europameister nutzte seine Heimbühne perfekt, blieb acht Hundertstelsekunden unter der fast 29 Jahre alten Traumzeit des US-Amerikaners Kevin Young bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona. Warholm hatte zuvor mehrfach seinen Europarekord verbessert - zuletzt im August 2020 auf 46,87 Sekunden.

Bei den Frauen konnte sich eine andere österreichische Olympiateilnehmerin im Speerwurf immerhin auf Rang sechs platzieren. Die Wienerin Victoria Hudson markierte 59,34 Meter, der Sieg ging an die Deutsche Christin Hussong (62,62 Meter).