Der Schach-Weltcup in Sotschi ist für viele Profis der wichtigste Zahltag. Umgerechnet fast 1,8 Millionen Euro Preisgeld werden unter 206 Teilnehmern und 103 Spielerinnen ausgeschüttet. Die nahezu vollständig vertretene Weltelite wird von Weltmeister Magnus Carlsen angeführt. Österreich ist bei den Wettkämpfen, die dieser Tage begonnen haben, durch Markus Ragger vertreten. Der 33-Jährige steht nach einem Freilos in der Runde der letzten 128.

Vom Preisgeld erhält auch der Weltverband Fide einen Anteil. Es ist russisches Geld, das den in Lausanne ansässigen Weltverband am Laufen hält. Seit 1995 wird der Weltverband von Russen geführt. Seit 2018 steht ihm Arkadi Dworkowitsch vor, der vorher stellvertretender Ministerpräsident Russlands und Organisationschef der Fußball-WM 2018 war. Unter dem vorigen Präsidenten Kirsan Iljumschinow habe die Fide 95 Prozent ihrer Sponsorengelder aus Russland bezogen, schätzt Dworkowitsch. Inzwischen seien es 80 Prozent. Von seinem erklärten Ziel, dass sich am Ende seiner ersten Amtszeit 2022 russische und internationale Geldgeber die Waage halten, ist Dworkowitsch allerdings weit entfernt. Wenn Carlsen seinen Titel ab 20. November bei der Weltausstellung Expo in Dubai gegen den Russen Nepomnjaschtschi verteidigt, sind mit dem Düngemittelhersteller PhosAgro und dem Firewall-Anbieter Kaspersky russische Firmen unter den Hauptsponsoren.

Beim Weltverband engagieren sich überwiegend dem Kreml nahe stehende Firmen. Neuester Fide-Partner ist Nornickel, früher als Norilsk Nickel bekannt. Nachdem voriges Jahr tausende Tonnen Öl aus einem Nornickel-Kraftwerk sibirischen Boden verseucht hatten, steht das russische Bergbauunternehmen unter Druck. Der größte Aktionär und bis vor kurzem reichste Mann Russlands, Wladimir Potanin, hegt beste Beziehungen zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin.(apa/dpa)