Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat sein Heimrennen in Silverstone gewonnen. Der Brite fuhr am Sonntag im Mercedes seinen 99. Grand-Prix-Sieg heraus. Zweiter wurde der Monegasse Charles Leclerc im Ferrari vor dem Finnen Valtteri Bottas im zweiten Mercedes. Die Szene des Rennens hatte sich schon in der ersten Runde in der Copse-Kurve ereignet, in der WM-Leader Max Verstappen nach einer Berührung mit Hamilton von der Strecke flog und in einen Reifenstapel krachte.

Das Rennen wurde daraufhin unterbrochen. Der Niederländer stieg selbstständig aus seinem Boliden aus und wurde in der Folge ärztlich untersucht. Den Bildern zufolge wirkte Verstappen zumindest mitgenommen. "Die erste Meldung war, dass ihm anscheinend nichts Gravierendes passiert ist", sagte Red-Bull-Berater Helmut Marko im ORF. Der Wagen des 23-Jährigen trug schweren Schaden davon, die gesamte rechtsseitige Aufhängung war komplett zerstört. Hamilton zog sich Schäden am Frontflügel zu, der wurde in der Pause ausgetauscht.

Um 16.46 Uhr wurde das Rennen durch einen stehenden Start wieder aufgenommen. Als Führenderer fuhr Ferrari-Mann Charles Leclerc von der Startaufstellung los. Hamilton kassierte eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe, weil er aus Sicht der Stewards die Kollision verursacht hatte.

Der Brite konnte den Langzeit-Führenden Leclerc aber zwei Runden vor Schluss abfangen und gewann damit das Heimrennen zum achten Mal - ein neuer Rekord. Mit dem Sieg verkürzte Hamilton seinen Rückstand auf Verstappen in der WM-Wertung auf acht Punkte.

Verstappen sparte nach dem Rennen nicht mit Kritik. Er sei okay, schrieb der Red-Bull-Pilot am Sonntagabend in den Sozialen Medien. Aber: "Sich die Feierlichkeiten anzusehen, während man noch im Krankenhaus ist, ist respektloses und unsportliches Verhalten." Die in seinen Augen zu geringe Strafe gegen seinen Rivalen Hamilton "hilft uns nicht weiter". Der Brite habe ein "gefährliches Manöver" auf der Strecke gezeigt. "Ich bin sehr enttäuscht, dass ich so rausgenommen wurde", schrieb Verstappen.

"Die ganze Schuld liegt bei Hamilton", hatte Red-Bull-Teamchef Christian Horner noch während des Rennens FIA-Renndirektor Michael Masi über Funk mitgeteilt. "Es war zu hundert Prozent die Kurve von Max." Marko bewertete das Manöver des Mercedes-Piloten als "fahrlässiges bis gefährliches Verhalten". Mit einer Zehn-Sekunden-Strafe sei die Angelegenheit für ihn nicht erledigt. Mercedes-Teamchef Toto Wolff teilte Masi mit, er habe ein E-Mail mit Diagrammen über die Positionen der Autos verschickt. (apa)