Die Fußball-EM ist Geschichte, Olympia vorbei - doch auch der spätere Sommer hat sein bestimmendes Sportthema: die Zukunft von Lionel Messi. Nun ist es nicht so, dass in anderen Jahren weniger gefeilscht werden würde - so heiß wie diesmal war der Transfermarkt aber, Corona hin, Financial Fairplay her, selten. Doch wer glauben mag, nur im Fußball scheint das Geld abgeschafft zu sein, der irrt. In der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA werden derzeit fast täglich Vertragsschlagzeilen geschrieben, aktuell rund um Luka Doncic. Wie ESPN berichtet, unterschreibt der 22-Jährige einen neuen Fünfjahresvertrag mit einem Finanzvolumen von 207 Millionen Dollar. Demnach ist eine Abordnung der Texaner in seine Heimatstadt Ljubljana geflogen, um den Vertrag zu finalisieren.

Rekorde schon in jungen Jahren

Dort weilt Doncic, nachdem er mit den Mavericks in der ersten NBA-Play-off-Runde ausgeschieden ist und die slowenische Nationalmannschaft bei ihrem Olympia-Debüt bis ins Halbfinale geführt hatte. Bronze wurde zwar knapp verpasst, Doncic aber einer der großen Stars des Turniers. Es ist nicht das erste Mal, dass der 22-Jährige die Blicke magisch auf sich zieht. Schon mit 16 Jahren hat er als jüngster Spieler der Geschichte bei Real Madrid, als drittjüngster in der spanischen Liga überhaupt debütiert. Nach drei spanischen Meisterschaftsgewinnen hintereinander hatte er 2017/18 auch maßgeblichen Anteil am Triumph in der EuroLeague - und wurde ebenfalls als Jüngster in der Geschichte des Bewerbs als Most Valuable Player des Turniers ausgezeichnet.

Der Wechsel in die NBA war der nächste logische Schritt - und ein höchst erfolgreicher. In seiner ersten NBA-Saison wurde er nicht nur als Rookie of the Year augezeichnet, er schaffte es danach auch, die Phantomschmerzen nach dem Abschied von Dirk Nowitzki in Dallas zu ersticken.

Jungstar und Altherrentruppe

Das war vor zwei Jahren, mittlerweile ist er längst eine der wichtigsten Säulen der Mavericks, auch wenn es nie über die erste Play-off-Runde hinausging. Mit seiner nunmehrigen Vertragsverlängerung hat Doncic jedenfalls einen Schritt dazu gemacht, ebenfalls eine Vereinsikone zu werden - auch wenn ihm auf die zwei Jahrzehnte von Nowitzki bei dem Team doch noch ein bisschen etwas fehlt.

Doch ob er darüber hinaus bleibt oder das Franchise wechselt, so oder so könnte er einer Liga, in der Alt- beziehungsweise All-Time-Stars dominieren, über Jahre hinaus mit seiner Jugend, seinem Spielwitz und seiner Effektivität ein neues Antlitz verleihen. "Heute wird ein Traum wahr. Ich bin demütig und aufgeregt, Teil der Mavericks zu bleiben", sagt er zu ESPN. "Basketball hat mir so viel gegeben und mich an wunderbare Orte geführt."

Von dem Geld, das er für seine Unterschrift bekommt, will Doncic aber auch dem Sport etwas zurückgeben: Mit seiner Foundation unterstützt er Infrastrukturprojekte in Texas und seiner slowenischen Heimat, wo auch schon sein Vater Sasa Nationalspieler des damaligen jugoslawischen Teams war. "Aktuell renovieren wir die Plätze, auf denen ich als Kind gelernt und trainiert habe. Die Möglichkeit, dass Kinder auf denselben Plätzen spielen und dieselben Träume verfolgen können wie ich damals, ist etwas, worüber ich sehr aufgeregt bin", betont er.

Freilich: Sorgen, dass Doncic zu wenig Geld übrig bleibt, braucht man keine zu haben. In so jungen Jahren einen Vertrag über mehr als 200 Millionen Dollar zu unterschreiben, haben noch nicht viele geschafft. Einer, dem dies nun schon zum zweiten Mal gelingt, ist Steph Curry, der seinen 2022 auslaufenden Kontrakt bei den Golden State Warriors gerade für weitere vier Jahre verlängert hat und in dieser Zeit 215 Millionen Dollar verdienen soll.

Auch für Steph Curry gibt es einen neuen Millionenvertrag. 
- © afp / Ezra Shaw

Auch für Steph Curry gibt es einen neuen Millionenvertrag.

- © afp / Ezra Shaw

Nur knapp an dieser Marke vorbeigeschrammt ist Kevin Durant, der den Brooklyn Nets in den kommenden vier Jahren 198 Millionen Dollar wert sein soll. Im Jahr 2020 ist er in der "Forbes"-Rangliste der bestverdienenden Sportler als zweitgereihter Basketballer nach LeBron James auf Platz zehn gelandet - bei den kolportierten Einnahmen von 96,5 Millionen Euro sind aber auch solche miteinkalkuliert, die er durch seine Aktivitäten abseits des Feldes verdient hat.


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"Forbes"-Liste der bestbezahlten Sportler

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Der spektakulärste Wechsel bahnt sich inzwischen bei Russell Westbrook an, der sich bereits von den Fans der Washington Wizards verabschiedet hat und angeblich zu den Los Angeles Lakers gehen wird, auch wenn eine offizielle Bestätigung noch aussteht. Die Lakers rund um Superstar James haben sich inzwischen auch mit Carmelo Anthony verstärkt und gelten trotz eines Kaders mit einem hohen Altersschnitt als Favoriten auf den Titel, den aktuell die Milwaukee Bucks in Händen halten. Über das Gerede einer "Altherrentruppe" kann Anthony nur lachen. "Wir schreiben unsere eigene Geschichte", sagt der 37-Jährige. Jene von Luka Doncic indessen wird wohl noch mehr Kapitel bekommen.