Die MotoGP geht dieses Wochenende mit dem Grand-Prix von Österreich (Sonntag um 14 Uhr) in Spielberg wieder weiter. Es wird das (hoffentlich) letzte Mal sein, dass man diese Strecke in dieser Konstellation sieht: Denn für die Saison 2022 ist nun ein Umbau für diesen Winter vorgesehen, nachdem das Thema Sicherheit in Spielberg immer präsenter wurde. Bereits neu ab diesem Wochenende sind zwei neue Anzeigen am Dashboard der Fahrer - "Ausrüstung" und "Warnung" bei grenzwertiger Fahrweise - sowie neue Vorderreifen seitens Michelin, nachdem sich Miguel Oliveiras Reifen vergangenes Wochenende, glücklicherweise nicht bei Höchstgeschwindigkeit, aufgelöst hatten.

Die vergangenen drei Rennen am Red-Bull-Ring mussten allesamt neu gestartet werden. Grund dafür war zumeist die Kurve drei, in welcher Valentino Rossi und Maverick Vinales im vergangenen Jahr beinahe von unkontrolliert durch die Luft fliegenden Motorrädern getroffen wurden. Heuer gingen Dani Pedrosas und Lorenzo Savadoris Motorräder dort in Flammen auf. Die Strecke hat es in sich, die Forderung nach einer Entschärfung der Strecke wurde immer lauter - besonders seitens der MotoGP-Fahrer.

Nun soll dieser doch nachgekommen werden: Für den heurigen Winter ist ein Umbau in der Kurve zwei geplant. Dort soll eine Schikane errichtet werden, die den Kurs genug entschärft, um mehr Sicherheit in der MotoGP zu garantieren. Diese Maßnahme wird in Abstimmung mit der FIA, der Formula One Group sowie mit FIM, Dorna und AMF errichtet. Doch nicht nur die MotoGP gastiert in Spielberg, sondern auch die Formel 1: Diese wird weiterhin geradeaus fahren können.

Neuer Streckenrekord
von Zarco

Direkt nach der Red-Bull-Tribüne, im Bereich der Kurve zwei, wird in den Hang gebaggert und ein eigenes Links-Rechts-Asphaltband gelegt. Dieses kreuzt dann die Originallinie. Folglich werden die hohen Geschwindigkeiten, meist sind es in der MotoGP über 300 km/h, abgebremst. Die Bauarbeiten sollen im November beginnen und über den Winter andauern. In erster Linie ist diese neue Streckenführung für die Zweirad-Rennserien angedacht, jedoch können diese ebenso Vierrad-Events nutzen. Für die MotoGP bedeutet dieser Umbau, dass nur noch dieses Wochenende der neue Streckenrekord von Johann Zarco von Freitag mit 1:22,827 Minuten übertrumpft werden kann - in den künftigen Jahren wird dies schwierig, da die Schikane den Charakter einer schnellen Doppelkurve, welche die Geschwindigkeit reduziert, hat.

In den Genuss der neuen Streckenführung wird Valentino Rossi in der kommenden Saison nicht mehr kommen. Er hat das Ende seiner Karriere mit Ende dieser Saison in der vergangenen Woche bekanntgegeben. Der 42-Jährige wird am Sonntag das letzte Mal in Spielberg an den Start gehen - Grund genug, dass wesentlich mehr Zuschauer als beim Großen Preis der Steiermark erwartet werden. Viele möchten "Il dottore" noch ein letztes Mal live in der Steiermark sehen. Hinzu kommt ebenso, dass viele ihre Tickets von 2020 behalten haben. 2019 besuchten zuletzt nahezu 200.000 Menschen das Rennwochenende in Spielberg.

Wen die Zuschauer vor Ort auf jeden Fall nicht auf der Strecke sehen werden, ist - abgesehen vom erst kürzlich operierten Lorenzo Savadori - Maverick Vinales. Nachdem vor ungefähr zwei Monaten bekannt geworden war, dass der Spanier und Yamaha 2022 frühzeitig getrennte Wege gehen werden, kommt nun eine neue Meldung hinzu: Vinales ist für dieses Rennen zurückgezogen und gesperrt worden. Er wird auch nicht von einem anderen Fahrer ersetzt. Die Begründung dafür ist die "unerklärliche unregelmäßige Bedienung des Motorrads" laut Yamaha.

Dicke Luft zwischen Yamaha und Vinales

Nachdem Vinales nach dem Neustart am vergangenen Wochenende aus der Boxengasse einige Fahrer überholt hatte, erhielt er eine Long-Lap-Strafe, da er die Streckenlimits überschritten hatte. 15 Runden vor Schluss hatte er die Strafe absolviert, jedoch konnte der Spanier die anderen Fahrer nicht mehr einholen. Cal Crutchlow überrundete ihn kurz vor Schluss sogar. Vinales fuhr ebenso plötzlich Zeiten, die ungefähr fünf Sekunden hinter seinem vorhergehenden Tempo lagen. In der letzten Runde ließ er das Motorrad zwei Mal bis zum Drehzahlbegrenzer hochtouren, in der Boxengasse ebenso noch einmal. Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, entschied er sich dazu, das Rennen nicht offiziell zu beenden, indem er nicht über die Ziellinie fuhr, sondern in die Boxengasse.

Aus einer Analyse folgerte Yamaha, dass das Verhalten des WM-Sechsten einen erheblichen Schaden am Motor verursachen hätte können. Dies hätte nicht nur für ihn gefährlich werden können, sondern auch für alle anderen Fahrer am Feld. Wie es künftig mit Vinales weitergeht, ist noch nicht bekannt. Die Situation soll noch genauer analysiert werden und Gespräche zwischen Yamaha und ihm folgen. Vinales selbst beobachtete am Freitag das Training neben der Rennstrecke und postete auf Instagram: "Ich werde die Details so bald wie möglich erklären". Sicher ist jedoch, dass die Luft im Hause Yamaha derzeit sehr dick ist.

Nichtsdestotrotz verspricht dieses Wochenende wieder spannend zu werden - immerhin ist es das letzte Mal, dass die MotoGP diese Streckenführung fährt sowie Rossis letzter Auftritt in der Steiermark.