Dieses Wochenende heulen die Motoren sowohl in Frankreich bei den 24 Stunden von Le Mans als auch bei der DTM in Deutschland wieder auf.

Das Rennen an der Sarthe, eines der wichtigsten Motorsport-Ereignisse der Welt, findet nun nach einer Verschiebung endlich statt. Beim französischen Langstrecken-Klassiker feiert der Österreicher Ferdinand Habsburg sein Debüt. Er geht mit Robin Frijns und Charles Milesi im Team WRT in der LMP2-Klasse an den Start. Für den 24-Jährigen geht mit dieser Teilnahme ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: "Ich bin so bereit dafür, dass dieser Traum wahr wird", postete Habsburg auf Twitter. Aus österreichischer Sicht ist Habsburg jedoch nicht allein, auch der Tiroler Rene Binder wird für Duqueine in derselben Kategorie mitfahren. Dieser ist für seine dritte Teilnahme optimistisch gestimmt: "Ich denke, dass die Voraussetzungen noch nie so gut waren wie diesmal. Wir haben ein Team, das hervorragend harmoniert, Fahrer, die sehr gut zusammenpassen und ein ziemlich konkurrenzfähiges Auto", so der 29-Jährige. Richard Lietz, ebenfalls Österreicher, tritt hingegen in der Klasse GTE Pro mit einem Porsche 911 RSR-19 an. Startschuss für das Rennen ist am Samstag um 16 Uhr.

Der Startschuss bedeutet für die 89. Auflage des Traditionsevents auch das Debüt der neuen "Le Mans Hypercar (LMH)"-Klasse. In dieser sollen die Kosten reduziert sowie die neuen Technologien für den Straßenverkehr beworben werden. Dies war für einige Autohersteller Grund genug, für einige Jahre wieder in die Langstreckenrennen zurückzukehren. Heuer werden um die 50.000 Zuschauer nach den Geisterrennen vom vergangenen Jahr erwartet. Sie können sich auf Spannung pur einstellen, denn die Verschiebung in den August werde laut dem neunfachen Sieger des Rennens, Tom Kristensen, das Reifen-Management aufgrund der höheren Temperaturen schwieriger gestalten.

Porsche erstmals bei DTM

Schwieriger könnte sich das Rennen dieses Wochenende bei der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft ebenso für einige Teams gestalten, denn Porsche gibt dort nun sein Debüt. Am vierten Rennwochenende geht das Team SSR Performance mit einem Porsche 911 GT3 R sowie dem Fahrer Michael Ammermüller an den Start. Dieser ist durchaus motiviert: "Ich bin sehr glücklich darüber, dass SSR Performance mich als Fahrer für den DTM-Gaststart einsetzt. Das ist mein erstes Rennwochenende in dieser Serie - es wird bestimmt eine große Herausforderung", so der 35-Jährige. "Eine perfekte Vorbereitung war aufgrund der Kürze der Zeit nicht möglich, das Reglement ist anders. Damit wird es auf jeden Fall spannend und interessant. Ich gehe hochmotiviert am Nürburgring an den Start."

Das kommende Wochenende wird jedenfalls prägend für die DTM sein, da der Start von Porsche für eine Markenvielfalt, wie es sie zuletzt vor 34 Jahren gegeben hatte, sorgen wird. Sieben verschiedene Marken werden an den Start gehen: Audi, BMW und Mercedes-AMG aus Deutschland sowie Lamborghini, Ferrari, McLaren und nun auch Porsche. Am 12. April 1987 fuhren zuletzt sieben verschiedene Hersteller in der DTM. Die DTM wurde übrigens 1984 ins Leben gerufen. Damals bildeten diese Alfa Romeo, BMW, Ford, Mercedes, Opel, Toyota sowie Volvo im belgischen Zolder.

Eine Reglement-Änderung in der heurigen Saison macht das Debüt von Porsche erst möglich. Der Autohersteller hat nicht nur zahlreiche internationale Erfolge zu verbuchen, sondern hat auch den deutschen Motorsport geprägt. Ob Porsche künftig nicht nur in der Formel E, FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft oder dem markeneigenen Carrera-Cup fahren wird, sondern auch in der DTM, wird sich nach diesem Wochenende zeigen. Der Auftritt des Sportwagenherstellers wird jedenfalls mit Spannung erwartet - genauso wie die 24 Stunden von Le Mans. (apa/jh)