Um nur acht Sekunden hatte Felix Großschartner am Freitag die Gesamtführung bei der Vuelta verpasst: "Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen enttäuscht. Das war meine Chance, ins rote Trikot zu fahren", hatte er nach dem Rennen noch gemeint, nun scheint diese Chance jedoch weiter entfernt als zuvor. Er ist vom zweiten auf den neunten Platz in der Gesamtwertung zurückgefallen. Sein Ziel ist nun ein Top-Ten-Platz sowie ein Etappensieg. Einen Platz unter den besten zehn Fahrern hat er derzeit jedenfalls, diesen muss er nur halten. Den Etappensieg könnte sich der Österreicher nach der Pause am Montag in den kommenden Tagen holen.

Großschartner ist aus österreichischer Sicht jedoch nicht allein: Der 21-jährige Tobias Bayer vertritt Österreich bei der Vuelta in Spanien. Derzeit liegt er auf dem 73. Platz in der Gesamtwertung. Patrick Gamper, welcher momentan den 129. Platz belegt, stellt sich ebenso dieser Herausforderung.

3.417 Kilometer legen die Radfahrer vom 14. August bis 5. September zurück - Ruhetage gibt es nur zwei bei der 76. Vuelta. Insgesamt besteht diese Spanien-Rundfahrt aus 21 Etappen: sieben Berg-, sechs Flach-, vier Mittelgebirgs- und zwei Hügeletappen. Bereits in der ersten Woche gab es einige Chancen für die Sprinter. Die Schlusswoche verspricht noch einmal mit mehreren Bergankünften sehr anspruchsvoll zu werden, bevor das Ziel in Santiago de Compostela erreicht wird. Dies ist heuer eine Neuerung - bisher endete die Vuelta immer in Madrid. Derzeit ist jedenfalls erst einmal Halbzeit nach dem ersten Ruhetag am Montag, bevor am Dienstag weitergeradelt wird.

Alles begann im Jahre 1935

Das Rennen der Vuelta Ciclista a Espana wurde erstmals im Jahre 1935 mit 50 Teilnehmern ausgetragen. Damals noch fuhren sie mit schweren Eisenrädern über Stock und Stein - Werkzeuge, um Pannen beheben zu können, mussten sie stets bei sich tragen. Erst 20 Jahre später startete die Rundfahrt zu einem jährlichen Fixtermin. Bis in die 1990er fand die Vuelta im Frühjahr statt, Mitte der 90er wurde diese auf September verlegt. Die Radfahrer verschlägt es innerhalb von drei Wochen einmal quer durch Spanien.

Insgesamt gibt es vier Wertungstrikots. Das rote ist für den Gesamtführenden bestimmt, das grüne geht an den Führenden in der Punktewertung, das weiße Trikot mit blauen Punkten erhält der Bergwertungs-Führende und das weiße Trikot ist für den besten Nachwuchsfahrer, welcher nach dem 1. Jänner 1996 geboren wurde, gedacht. Vor allem am Anfang werden die Trikots noch relativ oft weitergereicht, wer sie heuer zuletzt tragen wird, weist aber erst der 5. September. Nichtsdestotrotz gibt es heuer einen klaren Anwärter auf das rote Trikot: Primoz Roglic. Der Slowene wird nicht ohne Grund als Favorit bezeichnet, schließlich hat er sowohl 2019 als auch 2020 den Sieg geholt. Auch dieses Jahr beweist er, dass er zurecht als solcher bezeichnet wird: Nach der Bergankunft auf dem Alto de Velefique am Sonntag hat er derzeit die Gesamtführung inne. (apa/jh)