Sieben Weltmeistertitel, 5111 Führungsrunden, 77 schnellste Runden, 155 Podiumsplätze, 68 Pole-Positions und 91 Grand-Prix-Siege. All dies hat Michael Schumacher in seiner Karriere erreicht. Dass seine Laufbahn im Motorsport mit einer Notlüge begonnen hatte, war jedoch lange nicht bekannt. Willi Weber, Schumachers damaliger Manager, hatte Teamchef Eddie Jordan 1991 gesagt, Schumacher kenne die Strecke in Spa bestens, was so eigentlich nicht stimmte. Der Deutsche sei deshalb mit dem Fahrrad auf der Strecke ein paar Runden gefahren, um diese besser kennenzulernen. Nach einem Test in Silverstone war dem Team klar, Schumacher war schnell. Der damals 22-Jährige nahm den Platz von Bertrand Gachot im Jordan 191 ein. "Ich habe meine Chance bekommen, und die habe ich genutzt", sagte er später. "Ich habe von der Formel 1 geträumt, aber ich habe mir nie vorstellen können, dass es wirklich klappen sollte."

Heute jährt sich somit der Anfang seiner Karriere: Vor 30 Jahren, am 25. August 1991, fuhr der Deutsche in Spa-Francorchamps seinen ersten Grand-Prix. Zwar war für Schumacher nach 500 Metern aufgrund eines Schadens an der Kupplung Schluss, dennoch war dies ein Start in eine einzigartige Karriere, schließlich hatte er schon im Qualifying den siebten Platz erreicht.

Schumacher 1992 bei seinem ersten Grand-Prix-Sieg in Spa. - © afp / Jean-Louis und Pascal Pavani Jean-Loup Gautreau
Schumacher 1992 bei seinem ersten Grand-Prix-Sieg in Spa. - © afp / Jean-Louis und Pascal Pavani Jean-Loup Gautreau

Fünf Weltmeistertitel in Folge

Nach dem Rennen in Spa wechselte Schumacher zu Benetton, ein Jahr später gewann er dort. 1994 gelang es ihm, in nur zwölf Rennen seinen ersten Weltmeistertitel zu holen. Eigentlich war dies ein schwarzes Jahr für die Formel 1, schließlich waren Roland Ratzenberger und Ayrton Senna tödlich verunglückt, es gab einen Feuerunfall in Hockenheim aufgrund eines modifizierten Tankstutzenfilters sowie zwei Disqualifikationen und Sperren für Schumacher. Nichtsdestotrotz sammelte er genug Punkte, um den Weltmeistertitel von 1994 sein Eigen nennen zu dürfen.

Im Jahr darauf wurde er der damals jüngste Doppelchampion in der Geschichte der Formel 1. 1996 erfolgte der Wechsel zu Ferrari, vier Jahre später sicherte er sich auch mit dem italienischen Rennstall seinen ersten Weltmeistertitel. Dann ging es auch schon Schlag auf Schlag: Auf 2000 folgten 2001, 2002, 2003 - damit Rekordsieger - und 2004. In all diesen Jahren stand Schumacher am Ende der Saison ganz oben am Stockerl.

2006 hieß es jedoch: Schluss mit der Formel 1. Die siegreiche Ära von Ferrari und Schumacher nahm damit auch ein Ende. Die Trauer um die Motorsportlegende währte jedoch nicht lange, denn Schumacher feierte 2010 sein Comeback. Dieses Mal würde er jedoch nicht Rot tragen, denn den Deutschen hatte es zu Mercedes verschlagen. Die Rennen im Silberpfeil waren jedoch nicht so erfolgreich wie bei Ferrari - Siege lagen in weiter Ferne. Schließlich erklärte er 2012 in Suzuka seinen endgültigen Rücktritt. Leicht sei ihm die Entscheidung nicht gefallen, aber aus seiner Sicht ist sie logisch und konsequent. "Wir haben unsere Ziele verfehlt. Gemeinsam mit Mercedes wollte ich ein Auto entwickeln, das die Weltmeisterschaft gewinnen kann. Das ist uns nicht gelungen, und daran müssen wir uns messen lassen." Damit verabschiedete sich Schumacher wieder von der Formel 1. 21 Jahre nach dem ersten Grand-Prix-Start in Spa war "Schumi-Mania" nun wirklich vorbei.

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Ein Skiunfall mit Folgen

"Was eine lockere Skiabfahrt im Winterurlaub in Méribel werden sollte, ändert Michaels Leben von einem Tag auf den anderen komplett: Bei einem extrem unglücklichen Sturz auf den Kopf erleidet er ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und befindet sich seither in einer langen Phase der Rehabilitation." - am 29.12.2013 wurde dies auf der Website von Michael Schumacher veröffentlicht. Der ehemalige Formel-1-Pilot schwebte in Lebensgefahr, wurde in ein künstliches Koma versetzt und überlebte. Dies war eine Nachricht, die um die Welt ging beziehungsweise eigentlich noch immer geht.

Grund dafür ist, dass selbst heute nicht viel über Schumachers Gesundheitszustand bekannt ist. "Dank der Arbeit seiner Ärzte und dem Mitwirken von Corinna [Schumachers Ehefrau, Anm.], die wollte, dass er überlebt, hat er überlebt - aber mit Folgen. Und im Moment kämpft man gegen die Folgen an. Wir hoffen, dass sich die Dinge langsam, aber sicher verbessern", so Jean Todt erst kürzlich. Der ehemalige Ferrari-Teamchef und heutige FIA-Chef ist ein enger Vertrauter der Familie. Für die Klatschpresse ist diese Ungewissheit jedoch ein gefundenes Fressen: Jede Woche erscheinen neue Artikel über Schumachers Privatleben - in den seltensten Fällen stimmen sie auch. Ein Lächeln von Verwandten wird als Zeichen für ein Wunder abgetan, eine falsche Bewegung kann ein Skandal sein. Vielleicht sollte sie sich aber mehr auf Mick Schumacher fokussieren. Der 22-Jährige fährt schließlich dieses Wochenende erstmals in Spa in der Formel 1. Das Alter beim Debüt haben sein Vater und er gemeinsam - fehlt nur noch der Sieg, um in die großen Fußstapfen einer Motorsportlegende zu treten.