Stefanos Tsitsipas hat erneut den Ärger des Publikums und seiner Mitstreiter auf sich gezogen. Der als Nummer 3 gesetzte Grieche nahm sich im Zweitrunden-Match gegen den Franzosen Adrian Mannarino am Mittwoch zum erneuten Male eine überlange Toilettenpause nach dem verlorenen dritten Satz, ehe er dank 27 Assen mit 6:3, 6:4, 6:7 (4) und 6:0 in die Runde der letzten 32 einzog.

Tsitsipas nutzte eine Lücke im Regulativ aus und befand sich fast acht Minuten auf der Toilette. Darüber hatten sich zuletzt Alexander Zverev und Altstar Andy Murray beschwert. Die Fans in Flushing Meadows quitierten es mit Buh-Rufen. "Ich habe nichts Falsches gemacht, also verstehe ich es nicht", meinte der Grieche nach dem Match. Zuletzt gab es auch indirekte Vorwürfe, dass Tsitsipas per Handy unerlaubtes Coaching am Court erhalten würde. 

Profis für Regeländerung

Der verletzte US-Open-Titelverteidiger Dominic Thiem beobachtet das Turnier aus der Ferne, allerdings diesmal als Analyst für den TV-Sender Tennis Channel. Er hatte schon nach dem Match gegen Murray ein Zeitlimit gefordert. "Besonders bei den Bedingungen in New York muss man rausgehen können, bei einem Fünf-Satz-Match mindestens zweimal. Aber es sollte ein Zeitlimit dafür geben. Das dauert nicht länger als drei, vier, maximal fünf Minuten." Für den auf dem Platz verbliebenen Spieler sei es schwierig. "Man kühlt aus, wird steif, das ist überhaupt nicht leicht."

Ex-US-Open-Siegerin Sloane Stephens, die Jungstar Cori "Coco" Gauff in Runde zwei ausschaltete, forderte ebenfalls eine Regeländerung und nannte das Verhalten unsportlich. "Sie machen Änderungen für kleinere Dinge, sie haben uns zum Beispiel eine Minute beim Aufwärmen weggenommen", meinte die US-Amerikanerin. "Wenn jemand für neun Minuten auf die Toilette geht, sagt keiner was".

Hurrikan Ida führt zu Unterbrechungen

Für Unruhe der anderen Art sorgte das extreme Wetter in New York, das sogar zur Ausrufung des Notstandes führte. Ausläufer des Hurrikans "Ida" brachten der Metropole ein heftiges Unwetter mit Tornadowarnung und beeinträchtigen auch den Spielplan. In das eigentlich überdachte Louis-Armstrong-Stadium regnete es trotz Dachs seitlich so stark hinein, dass der Spielbetrieb dort zunächst auf unbestimmte Zeit ausgesetzt werden musste. Das Match zwischen Kevin Anderson und Diego Schwartzman wurde beim Stand von 5:5 im ersten Satz zunächst unterbrochen. Nachdem der Platz getrocknet worden war, wurde das Spiel fortgesetzt, im zweiten Durchgang aber erneut ausgesetzt. Schlussendlich entschieden die Organisatoren, die Partie im größeren Arthur-Ashe-Stadium fortzusetzen. Von den Einzelpartien konnte aber bis auf jene der Ex-Weltranglisten-Ersten Angelique Kerber (D) gegen Anhelina Kalinina aus der Ukraine alle beendet werden. (apa)