Wie wird das Formel-1-Fahrerfeld in der Saison 2022 aussehen? Kurz vor dem Grand Prix der Niederlande in Zandvoort (Sonntag, 15 Uhr) wird das Bild immer klarer. Kimi Räikkönen jedenfalls wird nicht mehr dabei sein, der Alfa-Romeo-Fahrer erklärte mit 41 Jahren seinen Rücktritt per Saisonende. Doch Fragezeichen bleiben: Wer wird nun Platz hinter den Lenkrädern von Alfa Romeo nehmen? Wohin wird es Valtteri Bottas verschlagen, und wer wird eigentlich Nicholas Latifis Teamkollege bei Williams? Um diese drei offenen Fragen ranken sich derzeit noch einige Spekulationen. Die Gerüchteküche brodelt.

Nichtsdestotrotz gibt es genug Informationen, die mit Sicherheit bekannt sind. Das Team Mercedes wird auch 2022 mit dem noch amtierenden Weltmeister sowie derzeitigen WM-Führenden Lewis Hamilton am Start stehen. Dies und dass der Brite ebenso 2023 für die Silberpfeile fahren wird, wurde im Juli bekanntgegeben. Nach der Sommerpause wurde auch klar, dass Bottas sich einen neuen Arbeitgeber suchen muss, denn das Team von Toto Wolff hat sich für George Russell entschieden und gegen den Finnen. Bottas hat nun zwei Möglichkeiten: Er könnte zu Alfa gehen oder aber auch zu Williams zurückkehren und somit Russells Platz einnehmen.

Wohin zieht es Valtteri Bottas? Der Finne hat mehrere Optionen. - © afp / John Thys
Wohin zieht es Valtteri Bottas? Der Finne hat mehrere Optionen. - © afp / John Thys

Wofür er sich entscheiden wird, werden wohl die kommenden Wochen zeigen. Bei Red Bull werden diese wohl nichts Neues mehr ergeben. Der derzeitige WM-Zweite Max Verstappen wird jedenfalls bis 2023 für das Team fahren, wobei bekannt ist, dass es eine Ausstiegsklausel im Vertrag gibt. Sein Teamkollege Sergio Perez wird ebenso bleiben. Dies wurde bereits vor der Sommerpause entschieden und letztlich beim Rennen in Spa-Francorchamps am vergangenen Wochenende auch offiziell mitgeteilt.

Bei McLaren gibt es Gerüchte, dass Daniel Ricciardo aufgrund seiner Leistungen in dieser Saison vielleicht doch mit Russell Cockpits tauschen könnte, auch wenn das weit hergeholt erscheint. Falls dieses Gerücht sich nicht doch bewahrheiten sollte, wird der Australier auch in der kommenden Saison mit seinem Teamkollegen Lando Norris, der seinen Vertrag bis 2024 verlängert hat, Rennsiegen hinterherjagen.

Bis dahin wird auch der Monegasse Charles Leclerc Ferrari erhalten bleiben. Auch wenn sein Teamkollege Carlos Sainz einen nicht so lang ausgelegten Vertrag vorzuweisen hat, wird auch er in der kommenden Saison zu den Roten gehören. Ein ehemaliger Roter, Fernando Alonso, bestätigte zuletzt offiziell, dass er weiterhin für Alpine neben Esteban Ocon fahren wird.

Ungewissheit bei Alfa Romeo

Für AlphaTauri wird man auch 2022 Pierre Gasly am Startfeld sehen, wie es um Yuki Tsunoda steht, ist jedoch noch nicht bekannt. Grundsätzlich hatte er einen starken Saisonauftakt, jedoch konnte der Japaner diese Leistung nicht halten. Eine Information zu seinem Verbleib in seinem Team steht noch aus.

Klar könnte hingegen sein, dass Sebastian Vettel weiterhin bei Aston Martin verbleiben wird. Sein Teamkollege würde auf alle Fälle wieder Lance Stoll, der Sohn des Chefs, werden.

Bei Williams sieht es ebenso ganz danach aus, dass Nicholas Latifi auch 2022 für das Team an den Start gehen wird. Spannend bleibt es jedoch rund um die Frage, wer sein Teamkollege wird. Bottas wäre möglicherweise eine Option, jedoch gibt es auch Kandidaten wie Nyck de Vries, den amtierenden Formel-E-Weltmeister, oder Guanyu Zhou, welcher derzeit Zweiter in der Gesamtwertung der Formel 2 ist, die sicherlich auch gerne Platz in einem Formel-1-Auto nehmen würden. Aber auch Alexander Albon, für welchen Red Bull sich nach einem Cockpit umsieht, hätte Chancen.

Währenddessen gibt es bei Alfa Romeo noch zwei leere Sitze, denn das Team hat noch keine künftigen Fahrer bekanntgegeben. Zuletzt hieß es, dass viel von Räikkönens Entscheidung abhänge. Nach seiner Ankündigung, nicht mehr in der Formel 1 antreten zu wollen, wird nun ein Nachfolger gesucht.

Auf Spekulationen wollte man nicht eingehen, in einer Stellungnahme brachte Teamchef Frederic Vasseur lediglich sein Bedauern über Räikkönens Rücktritt zum Ausdruck. "Es gibt keinen zweiten Fahrer wie Kimi Räikkönen", sagte Vasseur und bezeichnete den Finnen als "Legende unseres Sports, wie es Zahlen und Statistiken kaum vermitteln können". "Wahrlich das Ende einer Ära. Danke für alles, die Formel 1 wird ohne dich nicht mehr dasselbe sein", hieß es auf dem offiziellen Twitter-Account des Teams.

Als Kandidat auf Räikkönens Cockpit wurde zuletzt auch Bottas gehandelt, eher unwahrscheinlich ist, dass der 22-jährige Ferrari-Zögling Mick Schumacher bereits vom Partnerteam Haas zu Alfa befördert wird. Eher dürfte Schumacher bei Haas bleiben - und dort weiterhin Seite an Seite mit Nikita Masepin fahren. Wie die Antworten auf diese Fragezeichen aussehen werden, verspricht spannend zu werden. Vor allem Bottas Zukunft und sein Verbleib in der Formel 1 könnten interessant sein. Jetzt hat er jedenfalls die Qual der Wahl - gleich wie das Team Alfa Romeo mit seinen Fahrern.

Einige Verschiebungen

Fixiert wurde indessen der überarbeitete Rennkalender für die restliche Saison. So nicht auch hier wie durch Corona zuletzt so oft noch etwas dazwischenkommt, werden 22 Rennen ausgetragen - ein Rekord. Das Rennen in der Türkei wurde um eine Woche verschoben, ebenso wie es mit den beiden Grand Prixs in Mexiko City und Brasilien. Für den 21. November soll noch der Austragungsort des Rennens bekanntgegeben werden, bevor es am 5. Dezember erstmals nach Saudi-Arabien geht. Die Saison endet am 12. Dezember in Abu Dhabi - ob nun Verstappen oder doch - wie in gewohnter Manier - Hamilton dann ganz oben am Stockerl steht, zeigt sich spätestens dort. Auch dahinter steht derzeit bei exakt drei Punkten Vorsprung Hamiltons auf Verstappen noch ein Fragezeichen.