Das US-Open in New York hat am Freitag zwei große Überraschung geboten. Sowohl Titelverteidigerin Naomi Osaka als auch Weltranglisten-Dritter Stefanos Tsitsipas sind überraschend in der 3. Runde ausgeschieden. Tsitsipas verlor gegen den 18-jährigen Spanier Carlos Alcaraz in einem vierstündigen Thriller im Tiebreak des fünftes Satzes. Der als Nummer zwei gesetzte Russe Daniil Medwedew marschiert dagegen weiter durch die Runden.

Am Freitag besiegte Medwedew in Runde drei den Spanier Pablo Andujar 6:0,6:4,6:3. Dafür benötigte der 25-Jährige keine zwei Stunden. Medwedews nächster Gegner ist der auf Position 24 eingestufte Brite Daniel Evans. Ebenfalls im Achtelfinale, und das erstmals bei einem Major, steht der 32-jährige deutsche Qualifikant Peter Gojowczyk.

Bei den Frauen verlor die Japanerin Osaka gegen die erst 18-jährige Leylah Fernandez aus Kanada mit 7:5, 6:7 (2:7) und 4:6. Osaka war im Duell mit der Nummer 73 der Weltrangliste eindeutige Favoritin und darüber hinaus Anwärterin auf den Turniergewinn im letzten Grand Slam des Jahres. Fernandez aber nahm ihr diese Hoffnung und trifft nun im Achtelfinale auf Angelique Kerber aus Kiel. Die frühere deutsche Weltranglisten-Erste hatte sich am Freitag gegen die Amerikanerin Sloane Stephens in einem hochklassigen Match mit 5:7, 6:2, 6:3 durchgesetzt.

Österreichs Tennis ist in den Hauptbewerben nach der ersten Runde nicht mehr vertreten. Während im Einzel niemand qualifiziert war bzw. der seit (dem heutigen) Freitag 28-jährige Vorjahressieger Dominic Thiem verletzt ist, schieden nach Jürgen Melzer am Vortag auch Oliver Marach/Philipp Oswald zum Doppel-Auftakt aus. Die Olympia-Achtelfinalisten unterlagen dem Israeli Jonathan Erlich und dem Südafrikaner Lloyd Harris am Freitag 2:6,7:6(3),2:6.

Osakas emotionaler Abschied von US Open

Nach ihrem überraschend frühen Aus bei den US Open hat die Weltranglistendritte Naomi Osaka eine Pause vom Tennis angekündigt - und den Zeitpunkt ihrer Rückkehr auf die Tour offen gelassen. In einer emotionalen Pressekonferenz, bei der sie sichtbar um Fassung ringen musste, gewährte die 23-jährige Japanerin am Freitagabend (Ortszeit) tiefe Einblicke in ihr Seelenleben.

Den Auftritt vor Medienvertretern in New York beendete sie mit den Worten: "Ich denke, ich werde für eine Weile mit dem Spielen pausieren." Osaka hatte vor gut drei Monaten öffentlich gemacht, dass sie unter Depressionsphasen leidet. Nach ihrem Rückzug von den French Open legte sie eine Pause bis zu den Olympischen Spielen in Tokio ein, wo sie als Lokalmatadorin enttäuschend früh im Achtelfinale ausschied.

Siege machen nicht mehr glücklich

Siege würden sie inzwischen nicht mehr glücklich machen, gestand die in den USA aufgewachsene Athletin am Freitag in New York. "Es fühlt sich mehr wie eine Erleichterung an. Und wenn ich dann verliere, bin ich sehr traurig. Ich glaube nicht, dass das normal ist." Danach kam Osaka auf ihre Zukunftspläne zu sprechen. "Ich fühle mich, als wenn ich an diesem Punkt bin, wo ich versuche herauszufinden, was ich machen will. Und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann ich mein nächstes Tennismatch spielen werden werde."

Beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres war die Mitfavoritin zuvor schon in der dritten Runde ausgeschieden. Gegen die erst 18-jährige Kanadierin Leylah Fernandez - die Nummer 73 der Weltrangliste - verlor sie mit 7:5, 6:7 (2:7) und 4:6. Dabei wirkte Osaka fahrig, leistete sich etliche Flüchtigkeitsfehler und ließ ihrem Frust teils freien Lauf. Im dritten Satz schmiss sie gar mehrmals ihren Schläger auf den Hartplatz und schlich mit gesenktem Kopf über die Anlage in Flushing Meadows.

Sie habe vergeblich versucht ruhig zu bleiben, erzählte Osaka später auf der Pressekonferenz. "Normalerweise mag ich Herausforderungen, aber in letzter Zeit fühle ich mich sehr verunsichert, wenn es nicht so gut läuft für mich, und ich habe das Gefühl, dass man das auch spürt." Auf dem Platz habe sie sich "wie ein kleines Kind" verhalten. (apa/reuters/dpa/sda)