Die Rücktrittsankündigung von Kimi Räikkönen vor genau einer Woche hat es angeworfen, nun dreht sich das Fahrerkarussell in der Formel 1 immer schneller. Bald freilich könnte es zum Stoppen kommen - denn wenige Tage vor dem 14. von 22 Bewerben in dieser Saison, dem Grand Prix von Italien am Sonntag (15 Uhr), nimmt das Fahrerfeld für die kommende immer konkretere Formen an.

Einen Tag, nachdem Alfa Romeo am Montag bekannt gegeben hatte, Valtteri Bottas, mit dem Mercedes nicht mehr plante, als Ersatz beziehungsweise Nachfolger für Räikkönen zu verpflichten, teilte Mercedes nun mit, den vakant gewordenen Platz mit George Russell zu besetzen. Der 23-jährige Brite habe einen langfristigen Vertrag unterschrieben, hieß es am Dienstag.

Der Wechsel kommt alles andere als überraschend: Russell ist ursprünglich ein Mercedes-Fahrer, fährt aber derzeit schon seine dritte Saison in der Motorsport-Königsklasse für Williams und hatte zuletzt immer wieder mit starken Auftritten überzeugt. "Heute ist ein besonderer Tag für mich, sowohl persönlich als auch beruflich. Gleichzeitig ist es aber auch ein Tag voller gemischter Gefühle", sagte Russell. "Es bedeutet auch, dass ich mich von meinen Teamkollegen und Freunden bei Williams verabschieden muss."

Russell habe bisher in jeder Rennserie gewonnen, in der er angetreten sei und bei Williams einen Vorgeschmack darauf gegeben, was die Zukunft für ihn in der Formel 1 bereithalten könnte, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Er betonte auch noch mit Blick auf die aktuelle und hart umkämpfte WM, in der Max Verstappen nach seinem Heimsieg in Zandvoort drei Punkte vor dem noch amtierenden Weltmeister Lewis Hamilton führt, dass "mit der Bekanntgabe unserer Pläne eine Last" abfalle. "Ab jetzt liegt der Fokus wieder voll und ganz auf den verbleibenden neun Saisonrennen, in denen wir im Kampf um die beiden Weltmeisterschaften alles in die Waagschale werfen".

Kontinuität bei Alpha Tauri

Alpha Tauri setzt hingegen auf altbekannte Kräfte und geht mit dem aktuellen Fahrerduo in die kommende Saison. Der 25-jährige Franzose Gasly hatte das Rennen in Monza im vergangenen Jahr sensationell gewonnen, fährt seit 2017 in der Formel 1 und ist derzeit WM-Achter. Der Japaner Tsunoda (21) bestreitet seine Debütsaison, er liegt in der Gesamtwertung auf Rang 13.

Nach diesen Entscheidung ind nur noch wenige Cockpits für das kommende Jahr offen. Fraglich ist noch, ob Antonio Giovinazzi bei Alfa weiterfahren darf. Bei Haas ist noch nicht verkündet, ob Mick Schumacher und Nikita Masepin nach ihren jüngsten Differenzen auch 2022 die Fahrerpaarung bilden. Auch Aston Martin hat Sebastian Vettel für das nächste Jahr noch nicht offiziell bestätigt. Ein bisschen darf es sich also noch drehen, das Karussell.