Der große Gewinner nach dem Sprint von Monza heißt Max Verstappen. Zwar ging der Erfolg am Samstag an Pole-Mann Valtteri Bottas, der Finne muss allerdings nach einem Wechsel der Antriebseinheit beim Rennen am Sonntag (15.00 Uhr/live ORF, Sky) von ganz hinten wegfahren. Deshalb wird Verstappen die Startaufstellung für das 14. Saisonrennen anführen, mit zwei zusätzlichen Punkten im Gepäck für Platz zwei im Sprint. Lewis Hamilton wurde nach einem Patzer am Start nur Fünfter.

Aus der zweiten Startreihe im Autodromo Nazionale starten werden die beiden McLaren von Daniel Ricciardo und Lando Norris. Erst dahinter kommt Hamilton, der beim Start überhaupt nicht in die Gänge kam, vom zweiten auf den fünften Platz zurückfiel und über 18 Runden keine Verbesserung mehr schaffte.

Der Brite blieb damit ohne Punkte, die es nur für die ersten drei gibt, und liegt nun in der WM fünf Punkte hinter Verstappen zurück. Die Frage, ob den im WM-Kampf chancenlosen Bottas bei einem dementsprechenden Verlauf eine mögliche Stallorder zugunsten von Hamilton ereilen könnte, sollte sich aufgrund des schlechten Starts nicht stellen.

Hamilton, der aktuell bei 99 Grand-Prix-Siegen hält, habe "ganz einfach zu lange die Kupplung geschliffen", wie Mercedes-Teamchef Toto Wolff im ORF berichtete. "Wir müssen das so nehmen, es ist noch nicht verloren." Nachsatz: "Das Auto ist das schnellste im Feld." Allerdings musste der Wiener ebenfalls eingestehen, dass für die als klare Favoriten ins Italien-Wochenende gestarteten Silberpfeile immer mehr "der Wurm drinnen" ist. Wolffs Hochrechnung für den so knappen WM-Fight fiel interessant aus. "Es kann schon sein, dass wir zehn Punkte an diesem Wochenende verlieren."

Verstappen holte seine bereits achte Pole Position in dieser Saison, er fuhr die erste für Red Bull Racing auf dem italienischen Hochgeschwindigkeitskurs seit Sebastian Vettel 2013 ein. Die Stimmung von Helmut Marko wird immer besser. "Es ist alles optimal und im grünen Bereich verlaufen." Noch ist Red Bulls Motorsportberater vorsichtig. "Wenn morgen der Start gelingt, nichts Außergewöhnliches passiert, dann können wir langsam anfangen von einem Podium oder sogar Sieg zu träumen."

Spektakulär flog vor dem ersten Passieren der Curva Grande der sensationelle Vorjahressieger Pierre Gasly ab, der Start-Sechste muss das Rennen wie Bottas von hinten aus in Angriff nehmen. 2020 hatte es nach chaotischem Rennverlauf mit Gasly (AlphaTauri), Sainz (Mclaren) und Lance Stroll (Racing Point) ein Sensationspodium gegeben. Hamilton wurde von der Pole Position aus nach einer Zeitstrafe lediglich Siebenter, Verstappen schied früh aus. (apa)