Emma Raducanu hat ihren Sensationslauf gekrönt. Die 18-jährige Britin triumphierte am Samstag bei den US Open mit einem 6:4,6:3 über die nur zwei Monate ältere Kanadierin Leylah Fernandez (19). Raducanu legte einen für das Frauen-Tennis historischen Durchmarsch hin mit zehn Siegen von der Qualifikation bis zum Grand-Slam-Titel ohne Satzverlust. Der Lohn dafür ist ein Preisgeld über 2,5 Millionen Dollar und der Vorstoß in der Weltrangliste auf Position 23.

Im Duell zweier Teenager, die außerhalb der Tennis-Welt kaum jemand kannte, legte Raducanu die etwas reifere Leistung ab. Sie ist die erste Spielerin, die bei ihrer erst zweiten Teilnahme bei einem Major-Turnier den Titel gewann. In Wimbledon erreichte sie das Achtelfinale, nachdem sie erst im Juni in Nottingham ihr Debüt auf der WTA-Tour gegeben hatte. Raducanu ist die erste Britin seit Virginia Wade 1977 in Wimbledon, die ein Grand-Slam-Turnier gewann. Die Trophäe auf dem Platz bekam sie von Billie Jean King überreicht.

Fotostrecke 13 Bilder

Zwei Teenagerinnen im Finale

Zwei Teenagerinnen in einem Grand-Slam-Endspiel hatte es zuletzt 1999 gegeben, als Serena Williams gegen Martina Hingis gewann. 2021 standen sich zwei in Kanada geborene, junge Frauen mit asiatischen Wurzeln gegenüber. Und boten den Zuschauern im Arthur Ashe Stadium eines der besseren Frauen-Endspiele der jüngeren Vergangenheit samt mitunter spektakulären Ballwechseln. Die (noch) Weltranglisten-150. Raducanu holte sich das erste Break zum 2:0, kassierte aber sofort das Rebreak im ersten Satz. Dennoch ging der erste Durchgang nach dem zweiten Break zum 6:4 nach 58 Minuten an die etwas druckvoller spielende Raducanu.

Im zweiten Satz gelang Fernandez das erste Break zum 2:1, dieses Mal glich Raducanu postwendend aus und konterte mit einem weiteren Break zum 4:2. Fernandez konnte zwei Matchbälle abwehren und auf 3:5 mitsamt einer eigenen Breakchance verkürzen, ehe Raducanu sich ein blutendes Knie zuzog und nach der Behandlungspause ihre Nerven wieder im Griff hatte. Nach 1:51 Stunde nutzte die Britin den dritten Matchball und machte den Sieg - gleichsam ihr erster großer Turnier-Erfolg auf Profiebene - mit einem Ass perfekt. (apa)