Für den einen ist es der nächste Zwischenstopp auf seiner Abschiedstour, für einen anderen großen italienischen Rennfahrer die erste Station seiner zweiten Karriere: Während Valentino Rossi nach dem Ende dieser Saison unwiderruflich vom Bike und damit aus der MotoGP aussteigt, gibt Andrea Dovizioso an diesem Wochenende in San Marino sein Comeback – und das als Teamkollege Rossis auf einer Yamaha des Privatteams Petronas Sepang Racing.

Der 35-jährige Italiener, bis Ende vergangener Saison bei Ducati und in der Königsklasse von 2017 bis 2019 hinter Marc Marquez dreimal WM-Zweiter, wird für das Team vorerst in den letzten fünf Rennen dieser Saison an den Start gehen, will aber nicht nur ein Lückenfüller, sondern auch im nächsten Jahr noch dabei sein.

Der Platz bei SRT wurde für den 24-fachen GP-Sieger frei, da sein 26-jähriger Landsmann Franco Morbidelli ins Werksteam befördert wurde. Dort ersetzt der WM-Zweite der Vorsaison per bis 2023 laufenden Vertrag den vor einigen Wochen entlassenen Spanier Maverick Vinales. Morbidelli wird damit erneut Teamkollege von Fabio Quartararo. An der Seite des aktuellen französischen MotoGP-WM-Führenden war er bereits 2019 und 2020 (bei Yamaha-SRT) gefahren.

"Habe Türen nie verschlossen"

Dovizioso hatte Ende des vergangenen Jahres angekündigt, eine Auszeit vom Sport zu nehmen, nachdem er sich mit seinem langjährigen Arbeitgeber Ducati zerstritten und kein neues Team gefunden hatte. Allerdings hat er stets gesagt, er wolle zurückkehren, wenn es "die gleichen Ziele, die gleiche Arbeitsweise" gebe.

Dass er dies nun auf diese Art gefunden hat, damit hätte er nicht gerechnet, erklärte er am Donnerstag in einer Mitteilung des Teams. "Ich hätte nicht erwartet, auf diese Weise zurückzukommen, aber ich habe die Türen nie verschlossen. Es ist gut, hier zu sein", wird er zitiert. Natürlich, schränkte er ein, wäre es "besser gewesen, ich hätte einen Test gehabt, aber ich starte ohne Druck."