Dass die Absenz einiger Topstars sich nicht unbedingt negativ auf das Niveau oder gar das Interesse auswirken muss, haben die US Open im Tennis eindrucksvoll gezeigt. Insofern braucht auch dem Team Europa vor dem am Freitag beginnenden Laver Cup nicht bange zu sein. Kapitän Björn Borg muss zwar beim Vergleich mit dem "Rest-der-Welt"-Team auf das hochkarätige Quartett Rafael Nadal, Roger Federer, Dominic Thiem und Novak Djokovic verzichten – während erstere Drei verletzungsbedingt die Saison frühzeitig beendet haben, gönnt sich der Weltranglistenerste aus Serbien wieder eine Pause -, kann aber immerhin auf Daniil Medwedew, Sascha Zverev, Andrej Rublew, Matteo Berrettini und Casper Ruud zurückgreifen.

Der "Rest der Welt" wird von dem aufstrebenden Kanadier Felix Auger-Aliassime, Denis Schapovalov, Diego Schwartzman, dem US-Duo Reilly Opelka und John Isner sowie dem Australier Nick Kyrgios repräsentiert.

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Die ersten drei Austragungen des nach dem Australier Rod Laver benannten und nach dem Vorbild des ebenfalls am Wochenende stattfindenden Ryder Cups im Golf erfundenen Bewerbs wurden durchwegs von Europa gewonnen, zuletzt vor zwei Jahren in Genf. Diesmal stellen die Europäer mit Zverev und Medwedew den Olympia- und US-Open-Sieger dieses Sommers. Der Russe kam nach einem Kurzurlaub in Miami gut erholt nach Boston. "Ich habe eine Woche Pause und eine tolle Zeit gehabt, meinen Sieg zu feiern.

Hungrige Debütanten

Der 25-Jährige ist ein Laver-Cup-Debütant, Teambewerbe an sich sind für ihn allerdings natürlich kein Neuland. Erst im Februar hat er Russland in Melbourne zum Gewinn des ATP-Cups geführt. "Hier spielen wir aber nicht für das Land, sondern für den ganzen Kontinent. Ich bin aufgeregt, da es mein erstes Mal ist. Ich habe wirklich auf diese Woche hingefiebert." Nach dem Triumph in New York möchte Medwedew nun nachlegen: "Ich will mehr Titel, ob bei Grand Slams, Masters oder Laver-Cup."

Die Hoffnungen von McEnroe ruhen besonders auf Auger-Aliassime, zuletzt bei den US Open im Halbfinale. "Es ist mein erster Laver Cup, ich bin irrsinnig gespannt. Hoffentlich können wir eine gute Show liefern und den ersten Sieg für das Team Welt holen", sagt der Nordamerikaner.

Bei der Ankunft in Boston zeigten sich jedenfalls alle Spieler bereit für die Show. Frisur sitzt, Anzug hält. Jetzt müssen nur noch auch die Spiele halten, was die bisherige Tennis-Saison trotz aller Widrigkeiten versprochen hat. (art/apa)