Im Februar jähren sich die Razzien bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Seefeld zum dritten Mal - und noch immer ist die juristische Aufarbeitung der "Operation Aderlass", wie die Ermittlungen, bei denen ein umfangreiches Dopingnetzwerk aufgedeckt wurden, genannt werden, noch nicht abgeschlossen. Am Freitag gab es nun in einer Neuauflage des Prozesses gegen Ex-Radprofi Georg Preidler wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs eine neuerliche Verurteilung zu zwölf Monaten bedingter Haft. Zudem wurde dem 31-jährigen Steirer eine Geldstrafe von 1.440 Euro auferlegt. Das Urteil war bereits rechtskräftig, Staatsanwaltschaft und Verteidigung gaben einen Rechtsmittelverzicht ab.

Der Ex-Profisportler war im Juli 2020 in der Causa zu einer bedingten Haftstrafe in derselben Höhe und zu 2.880 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hob das Urteil nach einer Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung Preidlers jedoch teilweise auf.

Der öffentliche Ankläger hatte Preidler vorgeworfen, zwischen März 2017 und März 2019 Rennradmannschaften, Sportveranstalter und Unterstützer durch Anwendung von Blutdoping und Wachstumshormonen getäuscht und zur Auszahlung von Prämien, Sponsorengeldern und Entlohnungen veranlasst zu haben. Der angeklagte Schaden belief sich auf 286.000 Euro.

Auf Druck der Ermittlungen hatte Preidler zunächst Selbstanzeige wegen versuchten Blutdopings erstattet, aber angegeben, dass er sich das abgenommene Blut nie habe rückführen lassen. Später hatte sich aber herausgestellt, dass seine Rolle im Dopingnetzwerk des deutschen Mediziners Mark S. doch größer war. (apa/art)