Die Veranstalter des Tennis-WTA-Turniers in Linz haben am Donnerstag einen "Seuchen-Tag" erlebt. Die als Nummer zwei gesetzte Rumänin Simona Halep trat wegen einer Knieverletzung nicht zu ihrem Halbfinalspiel gegen ihre Landsfrau Jacqueline Cristian an. Das zweite rein US-amerikanische Halbfinale zwischen Alison Riske und der auf Position drei eingestuften Danielle Collins war nach einem Satz zu Ende, da Letztere nach einem Rückstand von 5:7 verletzungsbedingt aufgab.

Damit stehen einander heute, Freitag (19 Uhr/ORF Sport+) im Endspiel zwei Außenseiterinnen gegenüber. Vor allem die 23-jährige Cristian hatte niemand auf der Rechnung. Die Nummer 100 der Welt war nach ihrem Out in der Qualifikation überhaupt erst durch den Rückzug ihrer Landsfrau Sorana Cirstea als Lucky Loser in den Hauptbewerb gerutscht, wo sie bisher nur einen Satz abgeben musste. Cristian kommt bei den Upper Austria Ladies zu ihrer Premieren-Finalteilnahme auf der WTA-Tour.

Sie wandelt dabei auf den Spuren von Cori Gauff. Die damals 15-jährige US-Amerikanerin hatte 2019 in Linz als Lucky Loser das Turnier für sich entscheiden können. Riske hat da aber etwas dagegen. Die 31-Jährige peilt in ihrem zweiten Saisonfinale nach Portoroz ihren dritten Karriere-Turniersieg an und würde damit auch einen Schritt nach vor in der Weltrangliste machen. Dort ist sie aktuell nur 73., ihr bestes Ranking war im November 2019 Platz 18.

Saison ohne Titel für Halep

Gegen Collins lag sie in einer hartumkämpften Partie schon mit 1:3 zurück, arbeitete sich allerdings zurück und legte mit einem Break zum 6:5 den Grundstein für den Satzgewinn. Ihre Gegnerin beriet sich in der Folge einige Zeit mit der Physiotherapeutin, entschied sich aber noch vor einer Behandlung, nicht mehr weiterzuspielen. Dem Vernehmen nach dürften Collins Probleme sowohl im Handgelenk als auch der Schulter (rechts) einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, in diesem Bereich war sie auch mit einem Tape ins Spiel gegangen.

"Ich habe eine lange Verletzungspause hinter mir, habe nicht wirklich Worte dafür. Es ist großartig, im Finale dabei zu sein", sagte Riske. Sie hatte vom Rückzug von Halep erst im Siegerinterview erfahren und ist nun die Favoritin im Finale. "Ich freue mich darauf", so Riske.

Für Halep endete zum ersten Mal seit acht Jahren eine Saison ohne Titel. Verletzt hatte sie sich nach eigenen Angaben im Viertelfinale gegen die Italienerin Jasmine Paolini. "Unglücklicherweise kann ich wegen einer Knieverletzung, die ich mir in meinem Match am Mittwoch zugezogen habe, nicht zu meinem Halbfinale antreten. Ich würde alles dafür tun, spielen zu können, aber mein linkes Knie ist geschwollen und schmerzt, und ich würde es nur weiter verschlimmern", begründete die 30-Jährige. Bis zu dem Zeitpunkt habe sie eine "fantastische Woche" gehabt. "Ich hoffe auf eine Rückkehr", so die ehemalige Nummer eins der Welt.

Djokovic gegen Tsitsipas

Unterdessen erfolgte in Turin die Auslosung für das ATP-Finalturnier der Herren. Der serbische Topstar und Weltranglistenerste Novak Djokovic trifft dort auf den Griechen Stefanos Tsitsipas, den Russen Andrej Rublew und den Norweger Casper Ruud. Bei der Auslosung des Saisonabschlusses der acht besten Tennisprofis des Jahres landete dieses Quartett am Donnerstag in der grünen Gruppe.

In der roten Gruppe tritt der russische Titelverteidiger Daniil Medwedew gegen den deutschen Olympiasieger Alexander Zverev, den italienischen Wimbledon-Finalisten Matteo Berrettini und Hubert Hurkacz aus Polen an.

Das Turnier beginnt am Sonntag und wird nach den Vorjahren in London erstmals in Turin ausgetragen. Die jeweils ersten Zwei der beiden Gruppen ziehen ins Halbfinale ein, das Endspiel wird am 21. November ausgetragen. (apa/red)