Wenn es etwas gegeben hätte, das sich Österreichs Schwimmverband vor etwas mehr als einem Monat im Vorfeld der Europameisterschaften in Kasan gewünscht hätte, wäre es eine Medaille gewesen. Geworden sind es deren zwei - jeweils Bronze durch Bernhard Reitshammer über 100 Meter Lagen und Lena Grabowski über 200 Meter Rücken - und damit verbunden die Hoffnungen auf mehr. Und weil die Adventzeit traditionell die Zeit der Wünsche ist, hat man solche freilich auch für die am Donnerstag in Abu Dhabi beginnenden Weltmeisterschaften auf der Kurzbahn, zumal dort auch der in Russland fehlende heimische Topschwimmer Felix Auböck wieder mit von der Partie sein wird.

Insgesamt führen er sowie die beiden EM-Dritten ein zwölfköpfiges OSV-Feld an, dem angesichts des steigenden Trends im heimischen Schwimmsport, der sich nicht nur in Medaillen, sondern vor allem im Verbessern rot-weiß-roter beziehungsweise persönlicher Bestleistungen manifestiert, einiges zuzutrauen ist.

Finale ist (Minimal-)Ziel

Von Edelmetall will Auböck, der bei den Olympischen Spielen in Tokio drei Finalläufe erreicht hat und als Vierter nur denkbar knapp an einer Olympischen Medaille vorbeigeschrammt ist, zwar im Gespräch mit der Austria Presse-Agentur nicht primär sprechen, käme er nicht ins Finale, wäre er aber "enttäuscht", gibt der 24-Jährige, der über 400 und 200 Meter Kraul antritt, unumwunden zu.

Vor allem hinsichtlich der kommenden Langbahn-WM wäre die Erfahrung bedeutsam. "Es muss das Ziel sein, im Finale zu sein. Ich möchte die Erfahrung, diese Situationen durchleben", sagt Auböck. Über seine Chancen auf den unterschiedlichen Distanzen meint er: "Auf 200 Metern wird es um einiges schwieriger. Aber ich glaube, es ist nicht unmöglich. Mit einem guten Rennen am Vormittag kann das gut passieren. Auf 200 Meter geht es ja direkt ins Finale. Im Finale ist dann alles möglich, wenn man weiß, wie dicht vorne alle beisammen sind."

Team breit aufgestellt

Die Kurzbahn-EM in Kasan hat er aus der Ferne erlebt, die Erfolge seiner Mannschaftskameraden könnten aber dem gesamten heimischen Schwimmsport Auftrieb geben, meint er. "Das war toll und ganz wichtig, dass es nicht immer die gleichen Personen sind, die Medaillen machen. Das hilft auch, wenn es zur WM oder zur EM geht, dass der Druck nicht immer nur auf einer Person liegt, sondern dass es auch andere gibt, die erfolgreich sein können."

Die EM-Dritte Lena Grabowski. - © apa / Georg Hochmuth
Die EM-Dritte Lena Grabowski. - © apa / Georg Hochmuth

Das trifft nicht nur auf die Medaillengewinner von Kasan sowie Auböck als bestplatzierten Olympia-Teilnehmer zu, sondern freilich auch auf Caroline Pilhatsch, die sich vor drei Jahren in Hangzhou in China über 50 Meter Rücken zur Kurzbahn-Weltmeisterin gekürt hat. Sie erhielt über die 100 Meter den Vorzug gegenüber Grabowski, die sich damit ganz auf die 200 Meter konzentrieren kann.

Das Finale ist auch Pilhatschs Ziel, alles andere werde man dann sehen, meint sie. Lena Kreundl wiederum ist die Vielschwimmerin im Team. Sie hat zuletzt mit sechs Staatsmeistertiteln gezeigt, dass sie die Nachwirkungen einer Corona-Erkrankung endgültig abgeschüttelt haben dürfte - und dass auch für sie Wünsche und Träume nicht nur Schäume sein müssen.