Das O-Wort geht um. Damit gemeint ist freilich ein griechischer Buchstabe, der in Virusgestalt den Erdball und in der Folge auch den Sport "erobert". Die Auswirkungen dieser noch viel ansteckenderen Variante aktuell stark zu spüren bekommen die USA. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Spiele verschoben, Maßnahmen verstärkt oder Tests ausgeweitet werden. So hat die nordamerikanische Eishockeyliga NHL bereits zahlreiche Partien auf die Nachweihnachtszeit verschoben, aber auch im Football und im Basketball kam es zu ersten Spielstreichungen. Das ist angesichts der Tatsache, dass eigentlich rund 90 Prozent der Athleten und bis zu 100 Prozent der Trainer durchgeimpft sind, etwas überraschend. Andererseits macht das Virus auch hier keinen Unterschied. Es kann nun einmal jeden befallen, wenngleich auch die gesundheitlichen Konsequenzen für Immunisierte viel geringer sind.

Das ändert aber nichts daran, dass sich Omikron auch hier immer weiter ausbreitet und dazu führt, dass in diesem Zusammenhang ein anderes O-Wort - Olympia - zur Debatte gestellt wurde. Tatsächlich hat die NHL am Dienstagabend die Teilnahme ihrer Spieler an den Olympischen Spielen im Februar in Peking abgesagt. Die Risiken infolge der Pandemie und die Zahl der nachzuholenden Partien seien einfach zu groß, hieß es. Erst am Dienstag hat die NHL die Weihnachtspause verlängert und die Eishockey-Saison wegen der zahlreichen Corona-Fälle für ein paar Tage - vom 22. bis 25. Dezember - unterbrochen. Die fünf am Donnerstag angesetzten Partien sagte die Liga ab, am Mittwoch war wegen der Absagen der vergangenen Tage ohnehin keine Partie mehr übrig geblieben. Die Zahl der verschobenen Spiele stieg damit auf 49, darunter alle Partien, die grenzüberschreitende Reisen der Teams zwischen den USA und Kanada notwendig machen.

Besonders betroffen sind derzeit die Detroit Red Wings und die Toronto Maple Leafs, deren Trainingszentrum etwa geschlossen werden musste. Seit Montag zählen auch die Columbus Blue Jackets und die Montreal Canadiens zu jenen Teams, die zumindest bis 26. Dezember nicht gemeinsam trainieren dürfen. Ebenfalls pausieren müssen die Boston Bruins, Nashville Predators, Calgary Flames, Colorado Avalanche und Florida Panthers.

Auch NBA und NFL kämpfen

Vom Omikron-Virus geplagt wird derzeit auch die Basketball-Liga NBA. Sie hat wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Fällen kurzfristig fünf Spiele verschoben, davon drei, die an diesem Sonntag stattfinden sollten. Abgesetzt wurden nach Liga-Angaben die Partie der aktuell besonders stark von Ausfällen betroffenen Brooklyn Nets gegen die Denver Nuggets sowie die Begegnungen zwischen Atlanta und Cleveland und von Philadelphia gegen New Orleans. Auch das für Montag angesetzte Spiel zwischen Toronto und Orlando sowie die für Dienstag geplante Begegnung von Brooklyn gegen Washington wurden abgesagt. Den Nets fehlen derzeit zehn Profis. Einen Grund für eine Ligapause sieht die NBA aber nicht. Man verlasse sich auf die Impfung, heißt es.

Einer weniger gemütlichen Saison blicken auch die Footballer entgegen. Als Reaktion auf die gestiegene Zahl an Corona-Fällen in der National Football League NFL hat die Liga-Führung die Pandemie-Regeln verschärft. Schon am ersten Tag mit dem engmaschigen Testregime wurden 47 positive Spieler entdeckt - mehr als je zuvor. Wegen der hohen Impfquote von bis zu 100 Prozent hatte die Liga zwischenzeitlich nur wöchentlich testen lassen. Das ist nun vorbei, allerdings müssen Geimpfte und asymptomatische Spieler nicht mehr mindestens zehn Tage in Quarantäne, wie das noch zu Saisonbeginn der Fall gewesen war. In der Hauptrunde stehen noch vier Spieltage aus, Mitte Jänner beginnen die Play-offs.

Keinen Handlungsbedarf sieht indessen der englische Fußball. Trotz Omikron will die Premier League an ihrem Spielplan zwischen Weihnachten und Neujahr festhalten. Die 20 Klubs einigten sich auf einem Krisentreffen der Trainer darauf, dass die Spiele zwischen 26. Dezember und Jahresbeginn stattfinden. Das teilte die Liga am Montagabend in einem Statement mit. (rel/apa)