Null Punkte und nur der 20. EM-Gesamtrang. Das hatte sich Österreichs Teamchef Ales Pajovic anders vorgestellt. Ebenso wie wohl sein Trainerkollege István Gulyás aus Ungarn. Auch für den Gastgeber war bei dieser Europameisterschaft bereits nach der Vorrunde Endstation, wenn auch - dank eines knappen Sieges über Portugal - mit zwei Punkten mehr am Konto als der westliche Nachbar.

Österreich blieb der Ehrensieg verwehrt. Zum Abschluss von Gruppe D unterlagen Nikola Bilyk und Co. in Bratislava Belarus in einem in Sachen Aufstieg bedeutungslosen Duell trotz langer Führung mit 26:29 und beendeten die Endrunde wie vor vier Jahren in Kroatien also ohne Punkt. Dabei hatte der EM-Achte von 2020 eigentlich auf den Aufstieg gehofft. Der Schuss ging nach hinten los; und damit nicht genug, verpassten Pajovics Mannen auch den erhofften 15. Rang klar, der dem Nationalteam eine Setzung im dieses Frühjahr stattfindenden WM-Qualifikations-Play-off gesichert hätte. So aber muss das Team nun noch in ein Vor-Play-off.

Dabei war der Start gegen Belarus aus rot-weiß-roter Sicht durchaus gut verlaufen, auch ohne den am Montag wegen Corona abgereisten Verteidiger Lukas Herburger und den im ersten Spiel verletzten Rückraummann Lukas Hutecek. Bis zu vier Tore Vorsprung arbeitete man heraus, allerdings brachte man sich mit einigen Fehlern in der Offensive und einer neuerlich nur wenig überzeugenden Defensive bis zur Pause um die Früchte seiner Arbeit. Wie erwartet war es Weltklasse-Kreisläufer Arsjom Karaljok, der die österreichische Abwehr vor einige Probleme stellte. Am Ende musste man sich 26:29 geschlagen geben.

"Wir sind enttäuscht. Wir waren gut drauf, voll motiviert und haben in der ersten Hälfte auch gut gespielt. In der zweiten Hälfte haben wir es nie mehr geschafft, dieses Niveau zu erreichen", resümierte Pajovic. "Wir haben leider eine schwere Gruppe gehabt. Das sind starke Mannschaften, auch physisch sehr stark. Da haben wir große Probleme. Das haben wir bei diesem Turnier gesehen. Da müssen wir viel, viel verbessern."

Der Sieg in der Gruppe D ging wie erwartet an das deutsche Nationalteam, das sich in Bratislava gegen die zweitplatzierten Polen mit 30:23 durchsetzte. Trotz des Ausfalls von neun positiv getesteten Spielern verschaffte sich die DHB-Auswahl eine perfekte Ausgangsposition für die zweite Turnierphase, in der unter anderem Titelverteidiger Spanien wartet.

Übrig bleiben Todesgruppen

In der Hauptrunde messen sich nun zwölf Mannschaften in zwei Gruppen. In der Gruppe I spielen Dänemark, Frankreich, Island, Niederlande, Kroatien und Montenegro um den Einzug ins Halbfinale. In Gruppe II treffen Spanien, Deutschland, Norwegen, Russland, Schweden und Polen aufeinander. Eröffnet wird die neue Phase Donnerstagabend mit der Partie Dänemark gegen Island (20.15 Uhr/ORF Sport+).(rel/apa)