Sebastian Vettel verpasst den Formel-1-Saisonauftakt an diesem Wochenende in Bahrain nach einem positiven Corona-Test. Wie sein Rennstall Aston Martin am Donnerstag mitteilte, wird der Deutsche beim Grand Prix im Wüstenstaat von seinem Landsmann Nico Hülkenberg ersetzt. Das erste Training für das Rennen am Sonntag steht am Freitag auf dem Programm.

Hülkenberg bestritt seine bisher letzten Rennen in der Formel 1 in der Saison 2020. Schon damals kam er als Ersatzmann bei Racing Point zu zwei Einsätzen wegen Covid-19-Erkrankungen: In Silverstone ersetzte er Sergio Perez, auf dem Nürburgring Lance Stroll. Der 34-jährige Hülkenberg war in der Vorsaison von Aston Martin zum Ersatzfahrer berufen worden und ist in dieser Funktion nach dem Vettel-Ausfall nun die erste Wahl. Vor Vettel hatte es in Bahrain bereits den McLaren-Piloten Daniel Ricciardo erwischt. Der Australier verpasste zwar die Testfahrten am vergangenen Wochenende, erhielt für das Rennwochenende aber die Freigabe, nachdem zwei Tests negativ ausgefallen waren.

Zu den Favoriten hätten aber ohnehin andere gezählt, allen voran Weltmeister Max Verstappen und sein Vorgänger Lewis Hamilton - auch wenn Ersterer meint, es sei "eine komplett neue Ära" für den Sport und "alles" könne passieren. Tatsächlich gibt es in dieser Saison, die bis zum Finale am 20. November in Abu Dhabi 23 Rennen umfassen soll - der Grand Prix von Österreich ist für 10. Juli angesetzt - einige Neuerungen: Um die Ausgeglichenheit zu fördern, haben die Macher der Formel 1 auf ein komplett neues Aerodynamik-Reglement gesetzt. Der Unterboden generiert nun den Hauptanteil des Abtriebs, um das Heck des Autos sollen sich keine den Hintermann störenden Luftverwirbelungen ("Dirty Air") mehr bilden. "Der Fokus ist, das Feld näher zusammenzubringen und es einfacher zu machen, hintereinander herzufahren. Ich hoffe, wir sehen das beim ersten Rennen", meinte Red-Bull-Pilot Verstappen, der in diesem Jahr mit der Nummer 1 unterwegs sein wird. "Alles ist neu, also gibt es eine Menge Unbekannte vor dem ersten Rennen der Saison. Ich freue mich darauf zu sehen, wo wir am Samstag im Qualifying im Vergleich zum Rest des Feldes stehen", sagte der Niederländer. "Das Auto schaut gut aus, und als Team stehen wir gut da. Das Wichtigste für uns in Bahrain ist, dass wir ein solides Wochenende ohne viele Probleme haben und hoffentlich eine Menge Punkte mitnehmen können."

Insgesamt werden die auch schwereren Autos - das Mindestgewicht stieg von 743 auf 798 Kilo - etwas langsamer sein als in der Saison 2021. Um wie viel, wird sich zeigen. Die auf den Testfahrten basierenden Hochrechnungen gehen nur von knapp einer Sekunde Zeitverlust aus. Die Messlatte im Qualifikationstraining liegt bei 1:28,997 Minuten - so schnell war Verstappen auf seiner Pole-Runde des Vorjahres. Im Rennen musste er sich dann mit Platz zwei hinter Mercedes-Mann Hamilton begnügen. Neu ist auch, dass alle Fahrer unabhängig von ihrem Abschneiden im Qualifikationstraining ihre gewünschte Reifenmischung für das Rennen auswählen können. Die Regel, dass alle Fahrer, die sich für den dritten Qualifying-Abschnitt qualifiziert haben, mit jenen Reifen ins Rennen starten müssen, mit denen sie ihre schnellste Runde in Q2 gedreht haben, gibt es nicht mehr.(apa/art)