Diesen Samstag hat Österreichs Profi-Boxer Marcos Nader gleich zwei Titel im Visier. Der 32-jährige Mittelgewicht-Athlet trifft im Rahmen der Bounce-Fight-Night im Hotel InterContinental in Wien auf Marten Arsumanjan aus Deutschland. Ihm will Nader den EU-Titel der European Boxing Union EBU entreißen, zugleich verteidigt er auch seinen Gürtel als Internationaler Meister der International Boxing Federation IBF. Der Hauptkampf des Abends soll zwischen 21.30 und 22 Uhr beginnen. ORF Sport+ überträgt live.

Zwölf Runden hat der auf Ibiza geborene Nader Zeit, um den Gürtel zurückzuerobern und sich für ein Duell mit Weltmeister Gennadi Golowkin (Kasachstan) zu empfehlen. "Was ich so mitbekommen habe und er mir auch erzählt hat, ist Marcos fitter denn je. Er hat das Gewicht locker dank einer Ernährungsumstellung schon vor einiger Zeit geschafft. Es wird eine sensationelle Nacht", erklärte der Präsident des heimischen Boxverbandes, Daniel Fleissner. Die Abwaage fand am Freitag um 18 Uhr statt.

Das Duell der beiden Boxer hätte schon am 4. Dezember stattfinden sollen, fiel aber der Corona-Pandemie zum Opfer. Naders Bilanz aus 25 Kämpfen steht bei 23 Siegen, einer Niederlage und einem Unentschieden, Arsumanjan hält in 14 Fights bei elf Siegen, einer Niederlage und zwei Remis. Der Österreicher liegt im Mittelgewichts-Ranking der IBF, einer der vier großen Weltverbände, aktuell auf dem fünften Rang. So gut war dort noch nie ein rot-weiß-roter Boxer platziert.

"Setze alles auf eine Karte"

Im vergangenen Herbst war Nader durch eine Lockout-Ankündigung brutal aus dem Training gerissen worden, keine 14 Tage vor dem Dezember-Termin platzte die Veranstaltung. Den Einstieg in die Kampfarena habe er aber gut geschafft. "Es ist ja für einen Kampfsportler nicht angenehm, immer wieder Gewicht abkochen zu müssen", betonte Fleissner. "Es waren jetzt noch einmal sechs bis acht Wochen intensive Vorbereitung. Aber grundsätzlich ist er seit letzten Oktober voll fokussiert darauf, dass er gegen Arsumanjan boxt, und hat sich alles angesehen, was es an Videomaterial gibt."

Nader selbst nennt den Deutschen einen "harten Hund". "Er boxt unorthodox. Du siehst nicht, welcher Schlag kommt. Er ist gefährlich", sagte der Mittelgewicht- Athlet am Freitag und versicherte, "alles auf eine Karte" setzen zu wollen.

Das wird auch notwendig sein. Die EBU ist der größte Kontinentalverband in Europa und vergibt den Titel des Europameisters und die untergeordneten Titel EU-Europameister und Europameister der Nicht-EU-Staaten. Nader hatte den EU-Titel vor fast neun Jahren am 13. Juni 2013 gewonnen. Am 26. Jänner 2014 verlor der Wiener die Titelverteidigung der EU-Meisterschaft gegen Emanuele Blandamura aus Italien. (rel/apa)