Es hat nicht viel gefehlt, und Golfer Sepp Straka hätte womöglich über seinen zweiten Sieg auf der PGA-Tour jubeln können. Beim mit acht Millionen US-Dollar dotierten RBC Heritage in Hilton Head Island war er nach einem Birdie am vorletzten Loch hervorragend unterwegs. Mit einem Bogey auf der 18 verpasste er dann aber das Stechen zwischen den US-Amerikanern Jason Spieth und Patrick Cantlay, aus dem Spieth als Sieger hervorging. Straka beendete das Turnier auf dem dritten Platz.

Ein Highlight-Putt aus elf Metern am vorletzten Loch brachte den gebürtigen Wiener, der als Fünfter in den Schlusstag gegangen war, zwischenzeitlich an die Spitze. Ausgerechnet auf der letzten Spielbahn im Harbor Town Golf Links kassierte er aber einen Schlagverlust nach einer suboptimalen Annäherung, die am Rande des Wasserhindernis landete. Am Grün musste Straka einmal zu oft zum Putter greifen und sich so mit einer 68er-Runde auf dem Par-71-Kurs begnügen. Es war am Ende nur seine drittbeste Runde nach einer 67 am Samstag und einer 66 zum Auftakt am Donnerstag.

Dabei hatte Straka auch am Sonntag gutes Golf gezeigt und zwischendurch für ein paar Augenaufschläge bei den Zuschauern in South Carolina gesorgt. Sechs Birdies standen letztlich zu Buche, aber eben auch drei Bogeys. Insgesamt benötigte der Masters-Teilnehmer 272 Schläge (12 unter Par) und schrammte damit um einen Schlag am Stechen vorbei.

Rund 300.000 Euro Preisgeld

Als Dritter - gemeinsam mit Shane Lowry, Matt Kuchar, Harold Varner III und anderen - durfte er sich aber immer noch über ein sattes Preisgeld von 330.857 Dollar (304.628 Euro) freuen. Ende Februar hatte Straka in Palm Beach Gardens in Florida die Honda Classic und damit als erster Österreicher überhaupt ein Event der PGA-Tour gewonnen.

Für Spieth (Weltranglisten-11.) war es der 13. Titel auf der PGA-Tour - und der erste seit rund einem Jahr. Außerdem gewann der 28-Jährige erstmals ein Turnier als Vater. Der Texaner erzählte danach von seinem hohen Frustrationslevel am Anfang der Woche, nachdem er kurz zuvor beim Masters aus seiner Sicht versagt hatte. "Ich habe noch nie vorher den Cut beim Masters verpasst", sagte der dreifache Major-Sieger. "Es war das schlimmste Gefühl. Das schlimmste Gefühl als Golfer, an das ich mich erinnern kann."

Matthias Schwab beendete das RBC Heritage unterdessen auf dem 59. Platz. Der Steirer schloss die vierte Runde mit 72 Schlägen (eins über Par) ab und zog eine gemischte Bilanz über das Turnier in South Carolina. "Den Cut in diesem Turnier mit 132 Top Spielern zu schaffen, war gut. Die erste Runde mit vier unter Par ebenso", sagte Schwab. Auf den restlichen drei Runden habe er ebenfalls gutes Golf gespielt, "aber das Scoring lief nicht richtig". (apa)