Es ist nicht leicht für Dominic Thiem, im Profitennis wieder so richtig Fuß zu fassen. Der 17-fache ATP-Turniersieger, vierfache Major-Finalist und US-Open-Sieger 2020 hat am Montagabend in Rom auch bei seinem fünften Auftritt nach seiner langen Auszeit wegen einer Handgelenksverletzung verloren, gegen Fabio Fognini gab es eine 4:6, 6:7-Niederlage, der Thiem aber durchaus auch Positives abgewinnen konnte. "Ich habe immer mehr Spaß gehabt im Vergleich zu den letzten Wochen, einfach weil alles immer besser funktioniert", sagte der 28-Jährige. "Es ist langsam so, dass ich mich besser bewege, dass ich die Bälle wieder rauslaufe, dass ich die Vorhand wieder durchziehe, dass ich Winner mit der Vorhand spiele - langsam beginnen die Dinge wieder zu funktionieren, die Spaß machen."

Teilweise würden ihm noch Fehler passieren, die auf diesem Level nicht passieren dürften. "Im Tiebreak, wenn es enger wird, wenn ich ein bisserl die Lockerheit verliere, dann beginnt die Vorhand noch zu sehr zu streuen. Aber das muss ich akzeptieren."

Thiem hatte schon vor Wochen von sich und wohl auch seinen Fans Geduld eingefordert. "Es ist natürlich richtig bitter: eine weitere Erstrundenniederlage und das Turnier wieder am Montag zu verlassen. Es bleibt mir nichts anderes übrig als positiv in die nächste Woche zu gehen."

"Froh, wenn ich ein, zwei Runden überstehe"

Was Thiem bisher fehlt? "Ich muss ein Match beginnen, in dem ich vorne weg spiele, in dem mir das erste Break gelingt und ich den ersten Satz gewinne. Dann schaut die Sache auch anders aus." Das Gefühl, mit dem er aus Rom abreiste, sei jedenfalls besser gewesen als jenes nach der Niederlage gegen Andy Murray in der Vorwoche in Madrid. Mit diesem reist er nun zur nächsten Station, dem ATP-250-Turnier in Genf, das für ihn gleichzeitig die Generalprobe für die French Open ist. "Ich brauche Matches, ich brauche auch Trainings mit den Topspielern, die bekomme ich in Genf."

Bezüglich Paris macht er sich aber keine Illusionen: "Ich wäre heilfroh, wenn ich ein, zwei Runden gewinnen würde." Aber allzu weit weg sieht er sich auch nicht. "Es fehlt überall noch ein bisserl was. Wenn ich das aufholen kann, passt es eh wieder. Ich muss mir Zeit geben."

In der Weltrangliste ist Thiem mittlerweile auf Platz 162 abgerutscht und damit nur noch drittbester Österreicher hinter Jurij Rodionov (130.) und Dennis Novak (140.)