Nach der PGA- geht nun auch die DP World Tour (ehemals European Tour) gegen die "Golf-Rebellen" vor. Alle jene Spieler, die am Londoner Auftaktturnier der neuen, von Saudi-Arabien finanzierten LIV-Golf-Serie im Centurion Club teilgenommen haben, müssen 100.000 Pfund (rund 116.000 Euro) Strafe zahlen. Zudem werden sie für mehrere hoch dotierte Turniere im Juli gesperrt. Das betrifft unter anderen auch den Burgenländer Bernd Wiesberger.

"Jede Handlung im Leben hat Konsequenzen, und das ist im Profisport nicht anders, insbesondere wenn sich eine Person sich dafür entscheidet, gegen die Regeln zu verstoßen. Genau das ist hier passiert durch mehrere von unseren Mitgliedern", teilte DP-World-Tour-Chef Keith Pelley in einer Aussendung am Freitag mit. "Ihre Handlungen sind gegenüber der Mehrheit unserer Mitglieder nicht fair und untergraben die Tour, weshalb wir die heute angekündigten Maßnahmen ergreifen."

Wiesberger, aber auch Sergio Garcia, Lee Westwood oder Ian Poulter werden damit von den Startlisten für die Scottish Open (7.-10. Juli, 8 Mio. Dollar) und der US-Turniere Barbasol Championship (7.-10. Juli, 3,7 Mio. Dollar) sowie Barracuda Championship (14.-17. Juli, 3,7 Mio. Dollar) entfernt. Diese Turniere werden gemeinsam mit der PGA-Tour ausgetragen.

Die Organisatoren der DP World Tour betonten am Freitag zudem, dass die Teilnahme an weiteren LIV-Bewerben ohne benötigte Genehmigungen zu weiteren Sanktionen führen werde. Das nächste LIV-Event findet kommende Woche in Portland, Oregon, statt. Dort wollte Wiesberger an den Start gehen, ebenso wie bei den LIV-Turnieren in Bedminster (New Jersey, 29.-31. Juli), Boston (2.-4. September) und Chicago (16.-18. September).

Sollte der Burgenländer dort abschlagen, wird er mit weiteren Sperren rechnen müssen. Dadurch könnte er auch keine Punkte für die Weltrangliste und das Race to Dubai sammeln. Und die Chance auf eine erneute Teilnahme am Ryder Cup wäre dann wohl auch verbaut.

Die LIV-Tour steht wegen der Millionen-schweren Finanzierung durch saudi-arabische Geldgeber in der Kritik. Das wegen Menschenrechtsverletzungen stark kritisierte Land versucht mit lukrativen Veranstaltungen im Sportbereich (Motorsport, Golf), sein Ansehen aufzubessern.