Die Hoffnungen auf ein Comeback in der zweiten Runde des Tennisturniers in Wimbledon haben sich für Dennis Novak schnell zerschlagen. Der Niederösterreicher stand bei der Fortsetzung der am Vortag beim Stand von 3:6,4:6,4:5 wegen Regens abgebrochenen Partie gegen Jason Kubler nur zwei Minuten auf dem Platz und machte keinen Punkt. Der Australier siegte 6:3,6:4,6:4. Da Philipp Oswald im Doppel verlor, ist Österreich beim Grand-Slam-Turnier in London nicht mehr vertreten.

Kurzer Prozess nach Vertagung

Kubler war am Donnerstag bei eigenem Aufschlag kurz vor dem Aufstieg gestanden, als ein Regenschauer zunächst eine eineinhalbstündige Pause und schließlich die Vertagung verursachte. Bei der Fortsetzung am Freitag machte er kurzen Prozess. Kubler gewann im Duell zweier Qualifikanten alle vier Aufschläge, womit Österreichs aktuelle Nummer zwei die Chance vergab, zum zweiten Mal nach Wimbledon 2018 in die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers einzuziehen.

"Nicht mein bestes Tennis"

"Ich habe mir gestern schon bei seinem Auftakt schwer getan, habe gar nicht gut retourniert", erklärte Novak am Freitag. Die Niederlage hat sich da schon abgezeichnet. Das "eine Game (am Freitag, Anm.) hat es nicht ausgemacht. Hauptgrund war, dass er auf den zweiten Aufschlag viel besser retourniert hat als ich. Es ist bitter gelaufen, dass ich das Break im dritten Satz so schnell zurückgeben musste, das hat weh getan. Er war besser, ich habe nicht mein bestes Tennis gezeigt", analysierte der 28-Jährige.

Dank vier Siegen in der Qualifikation und Runde eins resümierte er sein Wimbledon-Auftreten aber zufrieden. "Das Positive überwiegt. Nach dem durchwachsenen Jahr bisher war es für das Selbstvertrauen extrem wichtig", sagte Novak, der nun zum ATP-Challenger nach Salzburg reist. Voraussichtlich zwei Tage hat Novak Zeit, um sich auf Sand umzustellen. In Salzburg wird der Niederösterreicher schon einen neuen Touringcoach an seiner Seite haben. Es ist ein Österreicher, mehr wollte Novak noch nicht verraten.

Oswald in Doppel out

Kurz nach Novak schied auch Oswald aus. In der zweiten Runde des Doppelbewerbs verlor der 36-jährige Vorarlberger mit seinem mexikanischem Partner Hans Hach Verdugo gegen die an Nummer zwölf gesetzten Franzosen Nicolas Mahut/Edouard Roger-Vasselin 7:6(5),7:6(4),6:7(3),6:7(2),4:6. Oswald/Verdugo gewannen die ersten beiden Sätze im Tie-Break, waren in den folgenden zwei Tie-Breaks aber ohne Chance und mussten sich nach 4:38 Stunden geschlagen geben.

Favorit locker im Achtelfinale

Der 20-fache Tennis-Grand-Slam-Turniersieger Novak Djokovic wird seiner Favoritenrolle beim Rasen-Klassiker in Wimbledon weiter gerecht und hat locker das Achtelfinale erreicht. Der als Nummer eins gesetzte Serbe bezwang am Freitag in 1:52 Stunden seinen Landsmann Miomir Kecmanovic 6:0,6:3,6:4 und trifft nun auf Tim van Rijthoven.

Der 25-jährige Niederländer war nur mit einer Wildcard ins Hauptfeld gekommen und setzte sich in der dritten Runde gegen Nikolos Basilashvili aus Georgien mit 6:4,6:3,6:4 durch. Van Rijthoven hatte bereits das Vorbereitungsturnier in 's-Hertogenbosch gewonnen und ist seit acht Spielen auf Rasen ungeschlagen.

Siebenter Titel als Ziel

Djokovic strebt seinen siebenten Titel in Wimbledon an. Er ist als Weltranglisten-Dritter als Nummer eins gesetzt, weil Daniil Medwedew nach dem Ausschluss russischer Tennisprofis wegen des Angriffskriegs Russlands in der Ukraine ebenso fehlt wie der verletzte Deutsche Alexander Zverev.

Unterdessen sicherte sich der US-Amerikaner John Isner den Rekord für die meisten Asse auf der ATP-Tour. Der 2,08 Meter große Hüne schlug am Freitag gegen den Südtiroler Jannik Sinner sein insgesamt 13.729. Ass und zog damit am Kroaten Ivo Karlovic vorbei, der die Bestmarke zuvor innehatte. Dies teilte die Profiorganisation ATP mit. Aufschlagriese Isner hatte in der zweiten Runde den früheren Wimbledonsieger Andy Murray aus Großbritannien bezwungen und alleine in dieser Partie 36 Asse serviert. (apa)