Nach mehr als einem Jahr ohne Sieg, genau 419 Tagen, hat Dominic Thiem das lang ersehnte Erfolgserlebnis geholt. In der ersten Runde des ATP-Challengers in der Stadt Salzburg setzte sich die ehemalige Nummer 3 der Welt im Österreicherduell mit Filip Misolic am Dienstag mühevoll mit 6:4,7:5 durch und bekommt es im Achtelfinale am Donnerstag mit Facundo Bagnis zu tun. Der Argentinier, in der Vorwoche in Wimbledon Erstrundenverlierer gegen Dennis Novak, rangiert in der Weltrangliste an 102. Stelle.

"Ein sehr, sehr schönes Gefühl, das ich lange nicht gehabt habe", atmete Thiem im Platzinterview auf. "Es war generell schwierig, ich habe gewusst, dass ich eine gute Leistung abrufen muss. Und das habe ich größtenteils geschafft. Aber das wichtigste war, dass ich das einmal über die Ziellinie bringen konnte."

Volles Haus im Salzburger Volksgarten

Im achten Turnier nach seiner zähen Handgelenksverletzung, dem zweiten auf Challenger-Level, konnte Thiem - vor vollem Haus im Salzburger Volksgarten - endlich wieder jubeln. Es war ein erster Schritt zurück für den Lichtenwörther, der in der Weltrangliste inzwischen auf Platz 346 zurückgefallen ist. Auch wenn der Sieg keineswegs locker ausfiel. Denn der 20-jährige Misolic, Nummer 210 der Weltrangliste und damit drittbester ÖTV-Spieler, machte es seinem um acht Jahre älteren Kontrahenten alles andere als leicht.

Rund eineinhalb Monate nach seinem bisher letzten Auftritt in Paris zeigte sich Thiem aber verbessert, gerade die Vorhand, die unter der zähen Handgelenksverletzung litt, wirkte präziser. Misolic wiederum stellte seine aufstrebende Form ebenso wie seine Nervenstärke unter Beweis, wehrte im ersten Satz zahlreiche Breakbälle ab und kam erst nach einer Behandlungspause wegen Schmerzen in der Brust bei eigener 4:3-Führung etwas außer Tritt.

Thiem öffnete schließlich mit dem Break zum 5:4 die Tür zum Satzgewinn und startete mit einem neuerlichen Break auch den zweiten Durchgang ideal. Doch das Momentum blieb ungenutzt. Misolic nahm Thiem postwendend den Aufschlag zum 1:1 ab und stellte mit seinem zweiten Break sogar auf 3:1. Thiem haderte nun sichtlich mit seinem inkonstanten Spiel, die Schläge fielen deutlich ungenauer aus. Drei Breakchancen, um auf 3:4 zu verkürzen, ließ er ungenutzt, bei 3:5 musste er gar zwei Satzbälle abwehren. Doch Thiem schaffte das Break, stellte auf 5:5 und spielte nach acht wackligen Games wieder gefestigter. Der Routinier ließ ein weiteres Break folgen und servierte schließlich zum Matchgewinn aus. (apa)