Die Synchronschwimmerinnen Anna-Maria und Eirini-Marina Alexandri sind Vize-Europameisterinnen in der Freien Kür. Nach ihrer EM-Medaillenpremiere 2021 mit zweimal Bronze und zwei dritten Plätzen im Juni bei den Weltmeisterschaften ebenfalls in Budapest, kletterten sie am Samstag in Rom eine Stufe höher. Das Duett sicherte sich mit dem österreichischen Rekord von 93,0000 Punkten Silber, Gold ging an die ukrainischen Favoritinnen Maryna Aleksijwa/Wladyslawa Aleksijwa (94,7333).

"Das ist die Belohnung für unsere Arbeit über viele Jahre und auch eine sehr große Motivation für die Zukunft. Wir freuen uns sehr", sagte Eirini-Marina Alexandri und auch stellvertretend auch für ihre Schwester: "Wir haben jetzt auch eine sehr große Verantwortung. Wir müssen auf diesem Niveau bleiben." Dieses Gefühl hatte sich in den Wochen nach dem WM-Erfolg aufgebaut. "Auf Mallorca (Trainingslager, Anm.) haben wir gedacht, okay, ein neuer Wettkampf. Wir müssen das noch einmal zeigen. Wir repräsentieren uns, aber auch das Land", erklärte Anna-Maria Alexandri.

24 Stunden nachdem ihre Drillingsschwester Vasiliki Alexandri in der Technik-Kür überhaupt erstmals eine EM-Medaille geholt hatte, hielten bei den Olympia-Siebenten vom Vorjahr die Nerven. Ein letztes Mal präsentierten Anna-Maria und Eirini-Marina Alexandri ihre "Böse Puppen"-Kür, in der nächsten Saison werden vor allem für die Paris-Spiele 2024 neue Programme einstudiert. Am Montag haben die beiden in der Technik-Kür eine weitere ausgezeichnete Chance auf eine Medaille, am Sonntag bemüht sich in der Freien Kür auch Vasiliki Alexandri um ihren zweiten EM-Podestplatz.

Die Ukrainerinnen werden für die 24-jährigen Alexandri-Schwestern auch am Montag nur schwierig zu biegen sein. Coach Albena Mladenova setzte da gleich motivierend an: "Man muss immer etwas zu verbessern haben." Freilich sind die Chancen in der Technik größer. "Das ist unsere Stärke", warf Anna-Maria Alexandri ein. "Wir wollen nicht weniger als das zeigen, was wir können." Die Anfeuerung auch aus anderen Nationen habe motiviert: "Normalerweise bekommen wir im Wasser nichts mit. Aber weil uns so viele Leute angefeuert haben, haben wir es gehört."

Im Gegensatz zu den Kontinentalen Titelkämpfen 2021 sind die dominierenden Russinnen wie bei der WM diesmal nicht dabei, Grund ist der seit Februar dauernde Angriffskrieg Russlands in der Ukraine. Das ermöglichte dem Veranstalterland den Gewinn einer Medaille, Linda Cerruti/Constanza Ferro kamen auf 91,7000 Punkte und Bronze.

Die neunte EM-Medaille für österreichische Synchronschwimmerinnen ist neben fünf in Bronze die dritte in Silber. Die ersten beiden hatte Alexandra Worisch im Solo 1981 in Split und 1982 in Straßburg ergattert. Die bisher einzige EM- oder WM-Goldmedaille im Synchronschwimmen für Rot-Weiß-Rot hatte es für das Duett Worisch/Eva Edinger 1985 bei der EM in Sofia gegeben. (apa)