Für Lukas Weißhaidinger hat nach der WM in Eugene auch die EM in München mit einer großen Enttäuschung geendet. Der 30-Jährige schied am Freitag im Diskusbewerb bei den European Championships in München nach drei Versuchen als Neunter mit 63,02 m aus. 30 Zentimeter fehlten für das Erreichen der Top 8, die sich danach die Medaillen untereinander ausmachten. Gold holte sich Mykolas Alekna (LTU) mit 69,78 m vor Weltmeister Kristjan Ceh (SLO/68,28) und Lawrence Okoye (GBR/67,14).

"Schon besser als bei der WM", konnte Weißhaidinger es scheinbar selbst nicht fassen, was da im Olympiastadion passiert war. "Es ist, wie es ist, ich will jetzt eine Zeit lang keinen Diskus mehr sehen. Zürich mache ich noch, das habe ich mir auch verdient", sagte er zum bevorstehenden Finale in der Diamond League.

Er habe sich gut gefühlt, gut eingeworfen, technisch sei es gut gewesen. "Es hat mir eigentlich Spaß gemacht, ich habe mich sehr gefreut. Ich kann jetzt nicht viel sagen. Es war ein Jahr mit sehr guten Höhen, aber auch sehr tiefen Tiefen. Das gehört vielleicht dazu. Ich hatte gute Jahre, heuer ist ein anderes. Ich freue mich schon auf Silvester."

Nach Platz zehn bei den Weltmeisterschaften in Eugene wurden im Weißhaidinger-Lager die Köpfe nicht hängen gelassen, hatte es doch nicht an der Form gemangelt, sondern war die Risikobereitschaft einfach zu groß gewesen. In München war langsamer Einstieg, kontinuierliche Steigerung und volle Attacke zum Schluss der Plan gewesen.

Das Vorhaben ging nicht auf. In seinem ersten Versuch (an die 65 m) übertrat Weißhaidinger, den zweiten, der an die 60 m gegangen war, machte er ungültig. Somit musste er im dritten das Blatt noch wenden, wollte er im Bewerb bleiben. Die 63,02 m reichten allerdings nur zu Platz neun in der Zwischenwertung. "Der Erste war eigentlich ganz gut, das hätte dann eine andere Dynamik bekommen. Beim zweiten bin ich leider hängengeblieben. Der dritte war dann um 30 Zentimeter zu kurz. Die WM kann man noch verkraften, aber jetzt auch die EM, das ist schon etwas schwieriger", meinte der Oberösterreicher.

Für den Olympiadritten Weißhaidinger war München eine Heim-EM gewesen, denn zahlreiche Fans waren aus der Heimat angereist. Diesen galt auch der erste Gruß, als er das Stadion betreten hatte. Sie sorgten anschließend für mächtig Stimmung. Beim Einwerfen knallte der siebenfache "Leichtathlet" des Jahres in Österreich das Gerät einmal an die 69-, einmal an die 68-m-Marke. Danach ging nichts mehr. Trainer Gregor Högler meinte, man müsste es umdrehen, nicht so weit einwerfen, und dann weit werfen. Er hätte sich beim Einwerfen einen dosierteren Auftritt gewünscht. Man müsse das aber erst besprechen. (apa)