Die Vienna Vikings sind im europäischen Klub-Football wieder das Maß der Dinge. Durch den 27:15-Finalerfolg über die Hamburg Sea Devils in Klagenfurt holten die Wiener auf Anhieb den Titel der European League of Football (ELF). "Das ist nur der Anfang", erklärte Coach Chris Calaycay und setzt auf einen Popularitätsschub. "Ich hoffe, viele Kinder sehen das und fragen: Wo ist der Football, wo ist der nächste Verein? Sodass sie in diese Sportart hineinwachsen. Wir haben jetzt eine Ballsportart, in der wir sagen können, wir sind die Besten in Europa. Das ist etwas Besonderes", betonte Calaycay.

Rund 14.500 Zuschauer verfolgten den Triumph der Wikinger in Klagenfurt live im Stadion, das Match wurde in 13 Länder übertragen. Auch der Gegner zollte den Wienern Respekt, ganz auf hanseatische Art. "Es macht nie Spaß zu verlieren. Aber Football ist Ebbe und Flut über 60 Minuten. Wien hat heute einen besseren Job als wir gemacht", meinte Ex-NFL-Spieler Kasim Edebali. Für Calaycay, der seit vielen Jahren die sportlichen Fäden bei den Vikings in der Hand hält, ist diese europäische Meisterschaft der Höhepunkt als Trainer - vorläufig zumindest. "Das ist für mich die Spitze, aber ich bin noch nicht fertig mit meiner Karriere."

"Es sind die Leute, mit denen du auf der Reise bist"

Dabei hat der 46-Jährige schon zahlreiche Titel mit den Vikings geholt, national wie international. "Ich habe neulich erst die Austrian Bowl 2017 (45:26-Sieg gegen die Raiders Tirol, Anm.) angesehen, das letzte Mal, dass wir in Klagenfurt gespielt haben. Ich tat das, um meine Erinnerungen auf Vordermann zu bringen. Dann sehe ich den Match-Film und sehe Bernhard Seikovits da draußen, und ich sehe, wie Bernhard Raimann einen Touchdown fängt. Die beiden waren damals 17 Jahre alt." Heute spielen beide Bernhards in der NFL.

Und dennoch ist der ELF-Triumph für Calaycay besonders speziell. "Es sind nicht nur die Titel, die zählen, es sind auch die Leute, mit denen du auf dieser Reise bist. Und diese Gruppe ist so besonders. Da ist ein Finne, ein Schotte, ein Spanier, ein Italiener und die ganzen Österreicher. Wir haben uns so zusammengeschweißt", so der Coach.

Die Frage ist nun, ob das Team zusammengehalten werden kann. Motivation ist jedenfalls genug da: "Wir wollen natürlich noch einmal gewinnen. Ziel ist es zu zeigen, dass wir das beste Team in Europa sind und dass dies nicht nur eine Eintagsfliege war", kündigte Offensivspieler Anton Wegan an. (apa)