Die Olympiazweite Michaela Polleres hat im Vorjahr die elfjährige WM-Medaillenflaute des österreichischen Judo-Verbandes beendet, bei der heurigen Auflage ab Donnerstag in Taschkent will der ÖJV wieder jubeln. Polleres sowie der Tokio-Dritte Shamil Borchashvili sind die Hoffnungsträger, es gibt bereits Punkte für die Olympia-Qualifikation 2024 zu erobern. Vertreten ist Österreich auch im Mixed-Bewerb, das hochgesteckte Ziel ist die Paris-Teilnahme.

Der ÖJV entsendet zehn Kämpferinnen und Kämpfer, davon treten Katharina Tanzer (bis 48 Kilogramm), Polleres (bis 70), Marcus Auer (bis 60), Shamil Borchashvili (bis 81), Wachid Borchashvili (bis 90), Aaron Fara (bis 100) und Daniel Allerstorfer (über 100) im Einzel an - alle sind ungesetzt. Die Auslosung der Gewichtsklassen erfolgt am Mittwoch. Auf Magdalena Krssakova nach Schulteroperation und Stephan Hegyi wegen Kreuzbandrisses muss der ÖJV in Usbekistan verzichten.

Jahr der Höhen und Tiefen

"Wir haben unsere Aushängeschilder Michi Polleres und Shamil Borchashvili dabei. Alle sind vorbereitet. Auch wenn das Jahr bis jetzt Höhen und Tiefen hatte, mit einigen Verletzungen plus Corona-Infektionen, sind wir jetzt doch auf einen ganz guten Zug in der Vorbereitung auf die WM aufgesprungen. Wir haben vier internationale Trainingslager absolviert, alle verletzungsfrei", betonte Headcoach Yvonne Bönisch. "Die Formkurve ging in den letzten Wochen klar nach oben, gerade auch bei Michi und Shamil."

Was Olympia in zwei Jahren betrifft, wurde die Teilnehmerzahl pro Gewichtsklasse um eine Person reduziert, dafür gibt es bei den einzelnen Teams eine Wildcard pro Kontinent. Der Qualifikationszeitraum geht über zwei Jahre und inkludiert mit den Auflagen 2022, 2023 (Punkte zählen je 50 Prozent) und 2024 (100) noch drei Weltmeisterschaften. "Ein interessanter Kalender, das gab es so noch nie, das wird sehr schwierig", sagte Bönisch. "Aber wir haben einen großen Trainerstab, mit Robert Krawczyk habe ich einen polnischen Kollegen, der sehr viel Erfahrung mitbringt. Von dem her können wir gemeinsam graue Haare kriegen, was die Planung angeht." Zum Auftakt im Einsatz sind Tanzer und Auer.