Wenn Österreichs Tennis-Damen ab Freitag im Play-off des Billie Jean Cups, vormals Fed Cup, im Multiversum Schwechat gegen Lettland antreten, kommt es zu einem Wiedersehen mit einer alten Bekannten: Überraschend wurde Tamira Paszek, einst hochgelobtes Talent, das allerdings nach vielen Rückschlägen tief gefallen und mittlerweile in der Weltrangliste nur noch auf Rang 492 zu finden ist, von Kapitänin Marion Maruska für das Einzel nominiert.

Bei ihrem Comeback nach fünf Jahren bekommt es die mittlerweile 31-jährige Vorarlbergerin gleich mit einer prominenten Gegnerin zu tun. Ihr gegenüber steht niemand Geringerer als Jelena Ostapenko, French-Open-Siegerin von 2017. Allerdings kann man sich auch von der Weltranglisten-18. nach ihrer erst kürzlich erfolgten Rückreise von der WTA-Finalveranstaltung in Texas, bei der sie im Doppel im Einsatz war, keine Wunderdinge erwarten.

Im Anschluss spielt Sinja Kraus, in Abwesenheit von Österreichs einziger Top-100-Spielerin Julia Grabher die Nummer eins der Gastgeberinnen, gegen Daniela Vismane. Das Doppel am Samstag bestreiten Melanie Klaffner und Kraus für Österreich.

Anstelle von Paszek war eher Barbara Haas erwartet worden; für Maruska sei es aber keine Entscheidung gegen Haas, sondern für Paszek gewesen. "Sie hat in den vergangenen Wochen einfach sehr gut gespielt, außerdem kommt ihr der Belag hier sehr entgegen", sagte Maruska.

Außenseiter mit großem Ziel

Erfahrung hat Paszek jedenfalls in dem Mannschaftsbewerb genügend. Schon 2005 debütierte sie als damals erst 14-Jährige gegen Frankreich, seither stehen im Einzel sieben Siege und zwölf Niederlagen zu Buche. "Irgendwo gewohnte alte Voraussetzungen, aber doch neu nach so vielen Jahren. Ein superschönes Gefühl, generell für Österreich zu spielen. Die letzte Erinnerung an die beiden Fed Cups in Dornbirn waren Gänsehautmomente", meinte Paszek. "Ich fühle mich gut, bin fit und freue mich zu spielen."

So oder so gehen die Österreicherinnen als Außenseiterinnen ins Duell mit Ostapenko und Co. Das Ziel ist dennoch klar: Mit einem Heimsieg würde man sich einen Platz in der Qualifikationsgruppe 2023 sichern.(tamsl)