Rafael Nadal und Novak Djokovic treffen bei den ATP Finals in Turin noch nicht in der Vorrunde aufeinander. Der topgesetzte Spanier und der als Nummer sieben gesetzte Serbe wurden am Donnerstag in unterschiedliche Gruppen gelost. Nadal ist beim Saisonabschluss der acht besten Tennisprofis anstelle seines verletzten Landsmannes Carlos Alcaraz die Nummer eins des Turniers, das er in seiner langen Karriere noch nie gewinnen konnte.

Als Favorit sieht sich Nadal trotz seiner Setzung als Nummer eins keineswegs. "Es ist schwierig, mir vorzustellen, dass ich jetzt zu den ATP Finals fahre und meine Form dort gut genug ist, um ein Turnier zu gewinnen, dass ich nie zuvor gewonnen habe", sagte er nach seinem Auftakt-Aus in Paris-Bercy vor rund einer Woche. Er habe nichts zu verlieren, fügte er vor dem Abschlussturnier hinzu. Und: "In meinem Alter weiß man nie, wann es das letzte Mal sein wird."

Nadal, der immer wieder von Verletzungen gestoppt worden war, ist mittlerweile 36 Jahre alt, die Prioritäten haben sich verschoben, auch nach dem Laver-Cup, bei dem er Seite an Seite mit seinem langjährigen Rivalen Roger Federer dessen Abschied zelebrierte, hat er eine Pause eingelegt.

In der grünen Gruppe trifft er auf den Amerikaner Taylor Fritz, der für Alcaraz nachrücken konnte, den Norweger Casper Ruud und den Kanadier Félix Auger-Aliassime. In der roten Gruppe spielt Djokovic gegen Stefanos Tsitsipas sowie die beiden Russen Daniil Medwedew und Andrej Rublew. Titelverteidiger Alexander Zverev verletzte sich im Juni bei den French Open schwer am Fuß und war seitdem nicht mehr im Einsatz.

Die Gruppenspiele finden von Sonntag bis Freitag statt, die Halbfinal-Partien am Samstag sowie das Finale am Sonntag.

Djokovic will sein persönliches Achterbahn-Sportjahr 2022 unbedingt mit einem Rekordsieg beim Masters beenden. "Das ist eines meiner größten Ziele", sagte der 35-Jährige dem Sender RMC. Mit einem sechsten Titel würde er den Rekord des inzwischen zurückgetretenen Roger Federer einstellen. "Ich denke, dass ich gute Chancen habe", sagte Djokovic.

"Muss die Konsequenzen meiner Entscheidung tragen

Wegen seiner Weigerung, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, verpasste der Serbe in diesem Jahr die Australian Open und die US Open. Dazwischen triumphierte er zum siebenten Mal in Wimbledon. Es sei ein emotional "schwieriges" Jahr gewesen, gab Djokovic zu, "weil ich Umständen entgegentreten musste, mit denen ich noch nie konfrontiert gewesen war".

Zuletzt musste sich Novak Djokovic (r.) zwar Holger Rune geschlagen geben, dennoch ist er guter Dinge. 
- © afp / Julien de Rosa

Zuletzt musste sich Novak Djokovic (r.) zwar Holger Rune geschlagen geben, dennoch ist er guter Dinge.

- © afp / Julien de Rosa

Beim ATP-1000-Turnier in Paris bewies Djokovic trotz der Finalniederlage gegen den Dänen Holger Rune, dass er nicht viel von seiner Topform eingebüßt hat. "Das Niveau meines Tennisspiels ist hoch", sagte er danach zufrieden. Wohlwissend, dass die Herausforderung in Turin ungleich größer sein wird: "Jedes Match dort ist wie ein Endspiel. Es gibt keine leichten Spiele. Man muss fit und frisch sein."

Auch wenn es positive Signale gibt, so ist immer noch nicht sicher, ob Djokovic bei den Australian Open 2023 antreten beziehungsweise einreisen darf. Die Grand-Slam-Turniere in Melbourne und New York nur aus der Ferne sehen zu dürfen, habe geschmerzt, gab Djokovic zu. "Aber es ist eine Situation, die ich akzeptieren muss, weil ich eine Entscheidung getroffen habe und ich die Konsequenzen tragen muss." (apa/tamsl)