Eine noch bedeutendere Rolle bei den San Antonio Spurs zu spielen, war Jakob Pöltls Ziel vor dem Saisonstart in der National Basketball Association - und nicht weniger als das war auch die (unausgesprochene) Vorgabe des Vereins an Österreichs NBA-Pionier. Mit erst 27 Jahren sollte Pöltl in einer Phase des Umbruchs in die Rolle eines Führungsspielers hineinwachsen. Spätestens mit seiner Karriere-Bestleistung in der Nacht auf Mittwoch ist Pöltl den Vorschusslorbeeren gerecht geworden.

Der Center aus Wien konnte seinem Curriculum Vitae beim 110:117 der San Antonio Spurs auswärts gegen die Portland Trail Blazers mit 31 Punkten einen persönlichen Rekord hinzufügen. Zudem 14 Rebounds bedeuteten das sechste Double-Double im Spieljahr. Fünf Assists und ein Block in 31:40 Minuten auf dem Parkett rundeten die Statistik des 27-Jährigen ab.

Pöltl kam erstmals in einem Spiel in der stärksten Basketballliga der Welt auf mehr als 30 Punkte. Er verwandelte 14 von 17 Zweipunktern und war bei fünf Versuchen von der Freiwurflinie drei Mal erfolgreich. Seine bisherige Bestmarke (28 Zähler bei den Washington Wizards am 25. Februar dieses Jahres, Anm.) überbot der heimische NBA-Pionier in Portland mit dem Treffer zum 100:98. Den "30er" knackte er wenig später, als er sein Team 106:100 in Führung brachte. Den Texanern entglitt der Sieg noch, weil sie in den letzten 6:50 Minuten der Partie nur noch vier Punkte erzielten. Neben Topscorer Pöltl waren Devin Vassell und Keldon Johnson mit 21 beziehungsweise 20 Zählern die offensiv stärksten Kräfte aufseiten San Antonios.

Für die Trail Blazers bedeutete das 117:110 den zehnten Saisonsieg. Die Spurs setzen ihren Trip an die US-Westküste in der Nacht auf Freitag bei den Sacramento Kings fort. Das Team aus der Hauptstadt Kaliforniens ließ sich zuletzt offensiv nicht lumpen und fügte den Brooklyn Nets eine 153:121-Schlappe zu. Angeführt von Terence Davis mit 31 Zählern scorten sieben Spieler der Kings zweistellig.

Wie es mit Pöltl weitergeht, ist trotz der Verbesserung seiner Bilanz unklar. "Ich sehe es so: Ich kann diese neue Rolle annehmen und darin erfolgreich sein. Wenn die Saison aber nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle, weiß ich, dass ich jederzeit in eine sehr effiziente Rolle als Verteidiger, Finisher und Rebounder reinschlüpfen kann und das auch jederzeit auf einem sehr hohen Niveau machen kann in der NBA", hatte er vor der Saison erklärt.

Vorerst aber gilt sein Fokus den Spurs, mit denen er zwar einen sensationellen Saisonstart hingelegt hat, danach aber sieben der jüngsten acht Spiele verloren wurden. Pöltl will dem aber keine allzu große Bedeutung beimessen. "Wichtig ist, dass wir von Spiel zu Spiel besser werden." Zumindest ihm persönlich ist dies gelungen.(tamsl/apa)