Die in Russland zu neun Jahren Haft verurteilte US-Basketballerin Brittney Griner ist nach Angaben ihrer Anwälte in ein Frauenstraflager in der russischen Teilrepublik Mordwinien in der Großregion Wolga verlegt worden. "Brittney kommt mit der Situation, so gut es geht, zurecht und versucht sich zu halten und an die neuen Bedingungen anzupassen", erklärten ihre Anwälte Marija Blagowolin und Alexandr Boikow am Donnerstag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Der Fall der Basketballerin war zu einem Politikum geworden.

Am vergangenen Freitag war bekannt geworden, dass Griner aus Moskau in ein Straflager verlegt wurde. Der genaue Aufenthaltsort war allerdings zunächst nicht bekannt geworden. Die 32-Jährige war im Februar an einem Moskauer Flughafen mit einer kleinen Menge Haschisch festgenommen und Anfang August von einem Gericht in Moskau zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht wies im Oktober die Berufungsklage Griners ab.

Das Weiße Haus hat eigenen Angaben nach mehrere diplomatische Versuche unternommen, um die Freilassung der Basketballerin zu erreichen, ein angestrebter Gefangenenaustausch ist bisher aber nicht zustande gekommen. Am Freitag flackerte aber erneut Hoffnung auf. Denn Russland möchte seinerseits den in den USA wegen Waffenhandels inhaftierten Ex-Sowjetoffizier Wiktor But ins Land bekommen.

"Wir sind noch nicht auf einen gemeinsamen Nenner gekommen, aber es ist unbestritten, dass Bout zu denen gehört, über die gesprochen wird", sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow. "Und wir hoffen natürlich auf ein positives Ergebnis." Die USA haben dies Berichten zufolge allerdings bereits im Sommer angeboten, was von Moskau abgelehnt worden sei. Den USA zufolge geht es neben Griner auch um den Marinesoldaten Paul Whelan, der in Russland wegen des Vorwurfs der Spionage festsitzt. (apa/dpa)