Österreichs Rodel-Männer haben mit einem historischen Weltcup-Bewerb am Sonntag den Sensationslauf des ÖRV zum Saisonauftakt in Innsbruck-Igls fortgesetzt: Zum zweiten Mal in der Geschichte des Weltcups hat es durch Nico Gleirscher, Wolfgang Kindl, Jonas Müller und David Gleirscher sogar einen Vierfachsieg gegeben. Es war im vierten Bewerb in Igls nach Triumphen im Frauen-Einer und -Doppelsitzer sowie Männer-Triplesieg im Doppelsitzer der vierte ÖRV-Sieg.

Der Jubel der Österreicher im Auslauf kannte keine Grenzen, ein Freudentanz zeigte, wie sehr sich die vier miteinander freuten. "Es war megageil. Da sieht man, dass wir brutal zusammenhalten, jeder freut sich mit jedem mit", sagte Nico Gleirscher, der mit dem Wissen als Führender in den zweiten Lauf gegangen war, dass schon ein Triplesieg für den ÖRV fix ist. "Sie haben starke Fahrten vorgelegt. Ich habe gewusst, wir haben schon gewonnen, das war das Allerwichtigste, und ich kann locker drauflosfahren."

Das Material, für das auch der aus Bayern ins ÖRV-Team geholte Georg Hackl mitverantwortlich zeigt, sei "am Punkt, aber auch sehr am Limit", ergänzte Gleirscher. Ex-Weltmeister Kindl griff im zweiten Lauf noch nach dem Sieg, bedauerte den Ausgang aber freilich nicht. "Man kann heute ned viel sagen, wir haben heute Geschichte geschrieben. Wir haben die letzten Wochen schon gezeigt, dass wir extrem stark sind." Sein eigener erster Lauf sei etwas "overpaced" gewesen. Da habe er sich mit Peter Penz und dem "Schorsch" (Hackl) zusammengeredet.

Auch der drittplatzierte Jonas Müller war "megaglücklich. Ich kenn mich gar nicht mehr aus. Wir haben so einen Teamzusammenhalt. Wenn Nico gewinnt, freuen sich alle. Es ist so schön, dass ich dabei sein darf bei einem Vierfachsieg."

Einmal war es Österreich in der Weltcupgeschichte schon gelungen, bei den Männern einen Vierfachsieg zu feiern. 1999 in St. Moritz. Damals siegte Markus Prock, heute ÖRV-Sportdirektor vor Rainer Margreiter und Gerhard Gleirscher, der Vater von Nico und David, die am Sonntag gleich zweifach in den Top 4 vertreten waren. "Jetzt sind wir sogar doppelt beteiligt, das ist mega", freute sich David Gleirscher. Ein vierter Platz, der ihn nicht schmerzte.

Der Olympiasieger sprach vom "besondersten vierten Platz". "Es ist ein unglaubliches Ergebnis. Ich habe gestern schon nach dem Doppel-Rennen gesagt, dass wir Herren eigentlich heute nur verlieren können, wenn die eins bis drei werden, aber jetzt haben wir es noch einmal getoppt, das ist ein Wahnsinn."

Schon am Samstag hatte das ÖRV-Team durch Selina Egle/Lara Kipp den ersten und auch olympischen Frauen-Doppelsitzer-Weltcupbewerb gewonnen und Madeleine Egle im Einsitzer ihren sechsten Weltcupsieg gefeiert. Im Männer-Doppelsitzer gab es durch Juri Gatt/Riccardo Schöpf vor Thomas Steu/Lorenz Koller und Yannick Müller/Armin Frauscher gar einen Triplesieg.

In der etwas ausufernd anmutenden Zahl der Bewerbe standen am Sonntag aber noch vier (!) Rennen auf dem Programm, in je zwei Einsitzer- und Doppelsitzer-Sprints konnten die Österreicher auf weitere Siege hoffen. (apa)