Im Vorjahr durfte er wegen seiner fehlenden Corona-Impfung nicht an den Australian Open teilnehmen, auch sonst verlief das Jahr für Novak Djokovic durchwachsen. Doch nun ist der ehemalige Weltranglistenerste auf der großen Bühne zurück - und damit auf dem besten Weg zu seinem 22. Grand-Slam-Sieg, mit dem er mit dem bei den Australian Open verletzt ausgeschiedenen Rafael Nadal in der Allzeitbestenliste gleichziehen könnte.

Djokovic ist zwar am linken Oberschenkel angeschlagen, im Achtelfinale gegen den Lokalmatador Alex de Minaur war ihm davon aber nichts anzumerken. 6:2, 6:1, 6:2 lautete das Ergebnis, mit dem der in bester Form aufspielende Serbe den Australier abfertigte. In der Runde der letzten Acht wartet auf den neunfachen Australian-Open-Sieger nun der Russe Andrej Rublew, der einen Krimi gegen den Dänen Holger Rune 6:3, 3:6, 6:3, 4:6, 7:6 gewann.

De Minaur konnte nur in der Anfangsphase dagegenhalten, nach einem Zu-null-Break auf 4:2 und einem weiteren Game ohne Punktverlust für Djokovic zum 5:2 stand die Nummer 22 des Turniers auf verlorenem Posten. Nach 35 Minuten verwertete der ehemalige Ranglistenerste seinen ersten Satzball. Danach zog er schnell wieder auf 4:0 davon und behielt, diesmal nach 40 Minuten, mit 6:1 die Oberhand. In dieser Tonart ging es auch im dritten Satz weiter, in dem es nach einem Doppelbreak gleich einmal 3:0 stand. Der 23-Jährige konnte bei 1:5 einen Matchball abwehren, danach servierte Djokovic aber aus. "Ich wollte die Partie unbedingt schnell gewinnen, das war mein Ziel", sagte er. "Es war das beste Match, das ich in diesem Jahr bisher gespielt habe."

Garcia ausgeschieden

Für den 92-fachen Turniersieger kommt es in seinem 13. Melbourne-Viertelfinale erst zum vierten Duell mit Rublew. 2021 und 2022 hatte der Serbe in der Gruppenphase der ATP-Finals die Oberhand behalten, Rublew nur 2022 im Belgrad-Finale in drei Sätzen. Rublew kämpft erst zum zweiten Mal nach 2021 in Melbourne um den Halbfinaleinzug, damals hatte er gegen Daniil Medwedew in drei Sätzen verloren.

Rublew kämpfte Rune nieder, dank eines tollen Comebacks im Entscheidungsdurchgang. "Ich glaube, ich habe noch nie so ein Comeback hingelegt. Deshalb ist der Sieg auch so besonders für mich", resümierte der Russe. Auf den Sieger des Viertelfinalschlagers wartet ein ungesetzter US-Amerikaner. Tommy Paul warf den höher eingeschätzten Spanier Roberto Bautista Agut mit 6:2, 4:6, 6:2, 7:5 aus dem Bewerb. Ben Shelton entschied ein US-Duell mit seinem Landsmann J.J. Wolf mit 6:7, 6:2, 6:7, 7:6, 6:2 für sich.

Bei den Frauen kam für Caroline Garcia das Aus. Die auf Position vier eingestufte Französin zog gegen die Polin Magda Linette mit 6:7, 4:6 den Kürzeren. Auf Linette wartet im Viertelfinale die tschechische Ex-Weltranglistenerste Karolina Pliskova, die die Chinesin Zhang Shuai mit 6:0, 6:4 abfertigte. Den Aufstieg schaffte auch die Weißrussin Aryna Sabalenka mit einem 7:5, 6:2 gegen Olympiasiegerin Belinda Bencic. Als nächste Hürde wartet die Kroatin Donna Vekic, die den Lauf von Linda Fruhvirtova mit einem 6:2, 1:6, 6:3 beendete.(apa/red.)