Dominic Thiem gastiert dieser Tage beim ATP-Challengerturnier in Mauthausen, wo er topgesetzt ist. Bei einem Medientermin am Sonntagabend im Parkhotel Hagenberg, knapp 20 Autominuten vom Turnierschauplatz entfernt, gab der 29-jährige Ex-French-Open-Champion Einblicke u.a. auch über seine Zukunftsplanung. Und in dieser spielt auch sein neuer Coach Benjamin Ebrahimzadeh eine große Rolle.

Seit knapp vier Wochen bzw. seit dem Turnier in Monte Carlo hat der Deutsch-Iraner von Thiems bisherigem Coach Nicolas Massu übernommen. Und Thiem sieht in der Zusammenarbeit großes Potenzial. Die Probezeit ist wohl, zumindest von Seiten von Thiem, vorüber: "Ich will auf jeden Fall weitermachen, weil ich die Fortschritte sehe und weil ich das die nächsten Wochen und Monate so weitermachen will. Wenn wir so trainieren für ein halbes Jahr, ein Jahr, möchte ich schauen, wo ich stehe. Das kann nur gut sein."

Hilfreicher als erwartet ist für Thiem auch, dass er nun auch wieder in seiner Muttersprache kommunizieren kann. "Hundertprozentig, es ist komplett anders. Wir sprechen alle gut Englisch, aber es ist trotzdem was anderes, die ganzen Details, am Platz, auch die spontanen Sachen, wenn was nicht funktioniert. Wenn ich im Training an einem Schlag was verbessern kann, wenn er mir das sofort sagt, ist es doch irgendwie leichter auf Deutsch", gestand Thiem.

In Mauthausen ist er, im Gegensatz zu den vergangenen drei Duellen gegen Top-Ten-Spieler nun wieder in der Favoritenrolle. "Ich hatte in Monte Carlo zweite Runde, in München Viertelfinale, in Madrid zweite Runde. Also so viele Matches habe ich jetzt nicht gehabt und die will ich mir hier und nächste Woche in Bordeaux holen."

"Dadurch, dass ich jetzt wieder viel besser spiele und mich viel besser fühle, sind natürlich auch die Erwartungen gestiegen", sagte Thiem. Hauptziel sei aber, dass "die Leistung passt".

Mauthausen, danach das Challengerturnier in Bordeaux, dann die French Open. Thiem legte sich am Sonntag auch schon fest, wie es danach weitergeht. "Wimbledon werde ich sicher spielen, davor (auf Rasen, Anm.) glaube ich nicht. Ich werde jetzt jede Woche spielen, dann Wimbledon und dann die drei Sandturniere in Europa - Umag, Gstaad und Kitzbühel."

Für all diese Turniere gebe es Ziele. "Aber das große Ziel, das ich jetzt komplett klar vor Augen habe, ist der Wille, dass ich wieder mein Leistungslimit erreiche. Es hat mir die letzten Wochen schon einen Push gegeben, in positiver Hinsicht, dass ich gesehen habe, wenn ich richtig arbeite und der Intensität arbeite, wenn ich alles reinstecke, dass da auch richtig was nach vorne geht und weitergeht." Dann werde die Weltranglisten-Platzierung von allein kommen. "Das Gefühl, das ich den letzten Wochen gehabt habe, habe ich so schon seit langer Zeit nicht mehr gehabt."(apa)