São Paulo. (man) Für seine 19 Jahre ist Neymar da Silva Santos Júnior ein eifriger Titelsammler. Die Copa Libertadores, die er sich am Mittwoch mit seinem Klub FC Santos durch einen 2:1-Sieg im Final-Rückspiel gegen Peñarol Montevideo sicherte, war nicht sein erster Titel in diesem Jahr und soll nicht sein letzter gewesen sein.

Denn das Ausnahmetalent ist Brasiliens großer Hoffnungsträger für die am nächsten Wochenende beginnende Copa América in Argentinien. Dieses Turnier hat für Brasilien besondere Bedeutung, schließlich handelt es sich um die letzten Bewerbsspiele bis zum Confederations Cup 2013, der bereits die Generalprobe für die WM im eigenen Land ein Jahr später darstellt. Zudem ist es das erste Turnier unter dem im vergangenen Sommer bestellten Teamchef Mano Menezes, der die keineswegs einfache Pflichtübung erledigen soll, 2014 den WM-Titel im eigenen Land zu gewinnen. Menezes hat die Seleção merklich verjüngt, Neymar ist so etwas wie das Gesicht der neuen Nationalmannschaft. Bei ihrem ersten Turnierauftritt in Argentinien zählt selbstredend auch nur der Titel.

In seinen ersten drei Länderspielen hat der Stürmer bereits drei Tore erzielt, etwas, das vor ihm nur Pelé und Romario gelang. Anfang des Jahres führte er die U20-Nationalmannschaft mit neun Toren in sieben Spielen zum überlegenen Titel bei der Südamerika-Meisterschaft. Der österreichischen U20, die bei der WM in Kolumbien im August auf Brasilien trifft, bleibt Neymar aber erspart, nach der Copa América wird Neymar nicht mehr für die U20 einlaufen.

Gut möglich allerdings, dass er sich im August bereits in Europa befindet, ein Wechsel von Santos zu einem europäischen Top-Klub wird in jeder Transferperiode erwartet. Real Madrid soll sich mit Neymar gar schon auf einen Sechs-Jahres-Vertrag geeinigt haben, der dem Jungstar fünf Millionen jährlich einbringen soll, berichtet Reals Haus-und-Hof-Postille "Marca". So viel bringt ihm aber auch sein bis 2015 laufender Vertrag bei Santos ein. Mit dem Renommee europäischer Topklubs können die brasilianischen Vereine aber trotz verbesserter finanzieller Möglichkeiten nicht mithalten. In der kommenden Woche folgen Verhandlungen mit Santos, eine Ablöse von 45 Millionen Euro wird kolportiert.

Vergleiche mit Messi

Gut möglich also, dass der Gewinn der Copa Libertadores Neymars letzter Titel mit Santos war. In seinen zwei Jahren als Profi hat er mit Santos bereits zweimal die Staatsmeisterschaft von São Paulo und einmal den brasilianischen Pokal gewonnen. Pelé vergleicht ihn bereits mit Lionel Messi, dem argentinischen Hoffnungsträger für die Copa, und glaubt, dass Neymar bald besser sein wird. In der Tat fallen gewisse Ähnlichkeiten auf, wie Messi ist Neymar äußerst flink und mit beneidenswerter Technik ausgestattet.

Anders als Messi hat Neymar aber schon in jungen Jahren ausgeprägte Starallüren, so entschied er im vergangenen Jahr nach einer vorzeitigen Auswechslung einen Machtkampf mit dem damaligen Trainer Dorival Júnior für sich. Für das Wohlbefinden seines Jungstars suchte sich der Verein einfach einen neuen Trainer. Solche Eskapaden könnten dem Klub in Zukunft erspart bleiben, der neue Copa-Libertadores-Sieger wird angesichts des Verlusts von Neymar wohl nicht glücklich darüber sein.