Shanghai. (man) Markus Rogan wollte noch einmal eine neue Herausforderung. Nun steht Österreichs Parade-Schwimmer vor "der schwierigsten Aufgabe meiner Karriere", wie er selbst sagt. Am Mittwoch (Semifinale ab 12 Uhr/live TW1) startet er bei der WM in Shanghai in den Bewerb über die 200 Meter Lagen, eine Medaille ist ein ambitioniertes Vorhaben.

Seit knapp zwei Jahren ist diese Strecke Rogans favorisierter Bewerb, die Konkurrenz ist hier aber besonders groß. Neben den beiden US-Vorzeigeschwimmern Ryan Lochte und Michael Phelps sind im Brasilianer Thiago Pereira, dem Ungarn László Cseh und James Goddard aus Großbritannien noch zahlreiche weitere aussichtsreiche Kandidaten am Start. "Auf mich wetten würde ich nicht", sagt Rogan, "ich gebe mir bei beiden (Lochte und Phelps, Anm.) eine circa einprozentige Chance, sie zu schlagen." Rogan ist nur Außenseiter.

Quasi zum Einschwimmen bestritt er in Shanghai die 200 Meter Kraul, mittlerweile seine Zweit-Strecke. Trotz persönlicher Bestzeit war er mit dem Aus im Vorlauf nicht glücklich. "Die Bestzeit gibt mir Motivation, aber nicht so viel, wie ich erhofft hatte", sagt Rogan. Der Umstieg auf die 200 Meter Lagen ist wohl das letzte große Projekt in Rogans Karriere, die Olympischen Spiele 2012 das klar definierte Ziel. Seit etwa zwei Jahren trainiert Rogan in Los Angeles beim renommierten Schwimm-Coach Dave Salo. Mehrmals hat Rogan auf die hohe Qualität der Trainingsgruppe verwiesen. Für den Fall, dass es bei ihm in Shanghai überhaupt nicht laufen sollte, hat er nun das Ziel Olympia in Frage gestellt.

Bei einem Erfolg würde sich für Rogan in Shanghai jedoch gewissermaßen der Kreis seiner Karriere schließen. Denn auf den Tag genau zehn Jahre vor dem Antreten über die 200 Meter Lagen holte Rogan in Fukuoka über 200 Meter Rücken seine erste WM-Medaille überhaupt. Sollte er das Finale am Donnerstag erreichen, ginge es wohl um seine letzte WM-Medaille, die Olympischen Spiele in einem Jahr werden vermutlich der letzte Höhepunkt in Rogans Karriere.

Auch Dinko Jukic will über die 200 Meter Lagen ins Finale. Der 22-Jährige hat schon zuvor seinen ersten WM-Höhepunkt in Shanghai. Am Mittwoch (12.22 Uhr) schwimmt er über 200 Meter Delfin wie schon 2009 in Rom um Medaillen. "Es ist ein tolles Gefühl, bei den Top Acht dabei zu sein", sagte Jukic, nachdem er sich am Dienstag in 1:54,94 Minuten mit der viertschnellsten Semifinalzeit für den Endlauf qualifiziert hatte. Dort bekommt es Jukic ebenfalls mit Phelps zu tun.

Jukic mit großen Plänen

Der US-Amerikaner ist über die 200 Meter Delfin der große Favorit, auch wenn er nicht mit der gleichen Dominanz auftritt, wie etwa bei Olympia 2008 in Peking. Phelps befindet sich ebenfalls im Aufbau für Olympia 2012 und unterlag am Dienstag über 200 Meter Kraul seinem großen Rivalen, Ryan Lochte. Phelps war dennoch zufrieden. "Es geht in die richtige Richtung", meinte er, obwohl er somit in Shanghai weiter auf sein erstes Gold warten muss. Jukic hat sich für den Endlauf jedenfalls Großes vorgenommen. "Jeder will Phelps schlagen. Ich stehe im Finale, also will ich es auch gewinnen", sagt er.