Spa-Francorchamps. (art) Eine große Feier wird es nicht geben. Michael Schumacher wird ein paar Hände in der Boxengasse schütteln, Glückwünsche entgegennehmen, zu Abend essen und sich ansonsten auf das Rennwochenende in Spa-Francorchamps vorbereiten, mit dem die Sommerpause in der Formel 1 endgültig vorbei ist. Schließlich ist der diesjährige Belgien-Grand-Prix am Sonntag (14 Uhr) ein fast ganz normales Rennen. Aber eben nur fast.

Michael Schumacher als junger Hüpfer 1995, im Jahr seines zweiten WM-Titels. - © Jean-Loup GAUTREAU
Michael Schumacher als junger Hüpfer 1995, im Jahr seines zweiten WM-Titels. - © Jean-Loup GAUTREAU

Denn irgendwie ist es für den Deutschen, der Spa als sein "Wohnzimmer" und seine absolute Lieblingsstrecke bezeichnet, doch jedes Mal etwas Besonderes, wenn er in die Ardennen zurückkehrt. Der anspruchsvolle Kurs liegt nur eine Autostunde von seiner Kerpener Heimat entfernt, hier hat Schumacher 1992 sein erstes Rennen gewonnen, insgesamt hat er mit sechs Mal so viele wie kein anderer in Spa. Und hier ist er überhaupt zum ersten Mal am Steuer eines Formel-1-Autos gesessen. An diesem Donnerstag begeht die angebliche Königsklasse des Automobilsports in Spa das stattliche Jubiläum "20 Jahre Michael Schumacher in der Formel 1". "Das ist schon etwas Besonderes", sagt der Deutsche. "Kaum zu glauben, dass es schon so lange her ist."


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Doch dass es am 25. August des Jahres 1991 überhaupt zu dem Debüt des damals 22-Jährigen kam, war eher einer Zu- oder mehr Straffälligkeit geschuldet denn jener weisen Voraussicht, mit der die heutige Generation auf die Formel 1 hingetrimmt wird. Der eigentlich vorgesehene Jordan-Fahrer Bertrand Gachot war für den Grand Prix in seiner Heimat unabkömmlich, weil er derweil in London nach einer Pfefferspray-Attacke auf einen Taxifahrer hinter Gittern saß. Willi Weber, der langjährige wie umtriebige Schumacher-Manager, empfahl Eddie Jordan den jungen deutschen Fahrer mit einer Notlüge - er kenne die Strecke und sei bereit, hier zu fahren. Letzteres war er zwar, wie sich noch herausstellen sollte, tatsächlich, gekannt hat er den belgischen Traditionskurs allerdings nur vom Zuschauen und einer Erkundung per Fahrrad und zu Fuß. Nachdem binnen wenigen Tagen das Auto umgebaut und ein passendes Gewand für den Quereinsteiger gefunden war, schlichen sich erstmals Zweifel bei Schumacher ein. "Als ich das erste Mal im Auto saß, dachte ich, das packe ich nie", erinnert er sich auf auto-motor-und-sport.de.