Washington. Dem allen Anschein nach geständigen Dopingsünder Lance Armstrong (sein Interview mit Oprah Winfrey wurde Freitagfrüh ausgestrahlt), droht nun offenbar doch keine Haftstrafe wegen Meineids. Um eine vereinbarte Prämie in Höhe von 7,5Millionen Dollar zu erhalten, hatte Armstrong 2005 in einem Prozess gegen den Versicherungskonzern SCA unter Eid ausgesagt, niemals gedopt zu haben.

"Das stellt heute keine Gefahr mehr für ihn dar. Weil mehr als fünf Jahre seitdem vergangen sind, ist dies verjährt. Ansonsten sagte er nicht unter Eid aus. Lügen in der Öffentlichkeit oder zu anderen Radprofis haben keine strafrechtlichen Konsequenzen", erklärte der US-Sportrechtsexperte Michael McCann.

Olympia-Bronze auch weg


Dafür ist nach den sieben Tour-de-France-Titeln nun auch Armstrongs Olympia-Bronzemedaille von Sydney 2000 weg. Das Internationale Olympische Komitee hat entschieden, dass er die im Zeitfahren errungene Medaille zurückgeben muss.

Indes sind neue Vorwürfe gegen die Radsport-Eminenz Hein Verbruggen aufgetaucht. Der Ex-Vorsitzende des Weltverbandes UCI, der im Hintergrund noch immer die Fäden zieht, soll Geschäftsbeziehungen zu Armstrongs wichtigstem Förderer und Geldgeber Thomas Weisel unterhalten haben. Der Finanzier des US-Postal-Teams, für das Armstrong sechs seiner sieben TourSiege einfuhr, soll laut "Wall Street Journal" Gelddepots Verbruggens in seiner Investmentbank verwaltet haben.