Der geplante Olympia-Ausschluss des Ringsports hat in vielen Ländern Empörung ausgelöst. Nach der Entscheidung der Exekutivkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Lausanne brach eine internationale Protestwelle auf die Sportfunktionäre herein. Der Beschluss muss allerdings noch von der Vollversammlung bestätigt werden, die im im September in Buenos Aires zusammentritt.

Die Ringer verweisen auf ihre lange Tradition. Tatsächlich fällt es den meisten Sportarten schwer, Nachweise aus dem 2. Jahrhundert v. beizubringen. - © Walters Art Museum
Die Ringer verweisen auf ihre lange Tradition. Tatsächlich fällt es den meisten Sportarten schwer, Nachweise aus dem 2. Jahrhundert v. beizubringen. - © Walters Art Museum

"Die Herren des IOC töten den Olympischen Geist," schimpfte hingegen der Präsident des griechischen Verbandes, Kostas Thanos. Sollte Ringen abgeschafft werden, dann sollten sie nicht mehr Olympische Spiele heißen, sondern in Olympische "Business Games" umbenannt werden, sagte der Funktionär. Auch zahlreiche andere Stimmen meinten, das IOC habe die jahrhundertealte Sportkultur Ringen der Modernisierung und Kommerzialisierung des medialen Produkts Olympia geopfert.

In den USA wurde eine Unterschriftenaktion gestartet, mit der das Weiße Haus aufgefordert werden soll, sich für Ringen einzusetzen. Bereits am Mittwochmorgen hatten die Bittsteller mehr als 14.000 Unterschriften für den "ältesten Sport der Welt" gesammelt. 100.000 Stimmen werden benötigt, damit sich die US-Regierung mit dem Thema befasst.

Das IOC selbst war von den Reaktionen wenig überrascht. "Solche Reaktionen sind normal," sagte IOC-Vizepräsident Thomas Bach. "Jede Entscheidung hätte Proteste hervorgerufen. Wir müssen aber die richtige Balance zwischen Tradition und Fortschritt finden." Das IOC wird im Mai in St. Petersburg darüber entscheiden, welche der acht Kandidaten-Sportarten ins Olympia-Programm 2020 nachrücken soll.

IOC-Präsident Jacques Rogge sagte: "Wir sind uns der heftigen Reaktionen bewusst. Wir wussten, dass wir Kritik einstecken müssen, egal, welche Sportart es erwischt.".

Das Präsidium des internationalen Ringerverbandes (FILA) will bis zur Vollversammlung des IOC eine globale Strategie ausarbeiten. Die IOC-Session kann im September in Buenos Aires die Entscheidung der Exekutive revidieren. Bereits bei der Vorstandssitzung an diesem Wochenende in Thailand will die FILA-Spitze die nächsten Schritte einleiten.