Montreal/Minsk. Der Stanley Cup scheint für Thomas Vanek derzeit weit weg. Österreichs Eishockey-Star hat mit den Montreal Canadiens auch das zweite Heimspiel im Conference-Finale der National Hockey League gegen die New York Rangers verloren. Nach dem 1:3 Montagnacht haben die Hoffnungen der Canadiens, erstmals seit 21 Jahren wieder ins Endspiel der NHL einzuziehen, einen weiteren Dämpfer erhalten.

Die Habs, wie der Rekordmeister aus Montreal genannt wird, reisen nun mit der schweren Hypothek eines 0:2-Rückstands nach New York. Am Donnerstag wird im Madison Square Garden die Best-of-Seven-Serie fortgesetzt, eine weitere Niederlage würde wohl kaum mehr wettzumachen sein. Tatsächlich waren die Duelle gegen die Rangers bisher auch nicht die Spiele von Vanek. Der 30-jährige Steirer war in den beiden Heimspielen selten richtig gefährlich, verbuchte dabei nur einen Torschuss in 120 Minuten und erhielt am Montag lediglich 11:41 Minuten Eiszeit. Die beste Szene hatte die Linie mit Vanek, Center Tomas Plekanec und Alex Galchenyuk in der 27. Minute, als Galchenyuk nach einem Vanek-Pass vor dem leeren Tor gerade noch abgedrängt werden konnte.

Letztlich gingen die Canadiens trotz einer klaren Leistungssteigerung gegenüber dem 2:7-Debakel zum Auftakt und einer frühen Führung durch Max Pacioretty erneut leer aus. Denn Ryan McDonagh leitete nur 17 Sekunden später die Wende ein, dann schossen Rick Nash und Martin St. Louis die Rangers zum Sieg. Die Kanadier wiederum scheiterten in erster Linie nicht an ihrem Können, sondern am herausragenden Rangers-Torhüter Henrik Lundqvist, der 40 der 41 Torschüsse abwehrte. Die Leistung musste am Dienstag auch Canadiens-Coach Michel Therrien anerkennen: "Mir hat heute der Einsatz des Teams gefallen. Der Grund, warum wir verloren haben, ist Lundqvist, er war phänomenal", sagte er. Sein Gegenüber Alain Vigneault stimmte ebenfalls in die Lobeshymne für den Schweden ein. "Er ist der einzige Grund, warum wir im Spiel geblieben sind." Trotz der üblen Ausgangsposition geben sich die Canadiens nicht geschlagen, wie Verteidiger P. K. Subban betonte. "Wir machen offensiv nichts falsch, wir müssen nur unsere Chancen verwerten", sagte er.

Frankreich steigt bei WM auf

Ihre Chance erkannt und verwertet haben in diesen Tagen nicht nur die New York Rangers. Auch bei der parallel laufenden Eishockey-WM in Minsk hat es eine Überraschung gegeben, weil sich am Montag neben dem Gastgeber Weißrussland und dem zwölffachen Champion Tschechien auch Außenseiter Frankreich für das Viertelfinale qualifizieren konnte.

Zum überragenden Akteur der Franzosen avancierte im Spiel gegen Dänemark Stürmer Stéphane da Costa mit zwei Treffern - die Partie endete 6:2 - und zwei Assists. Zuvor hatte die Équipe Tricolore bei der umstrittenen WM-Premiere in Weißrussland mit Siegen über Kanada und Slowakei überrascht - und damit erstmals seit 19 Jahren wieder einen Platz in der K.o.-Runde ergattert. Durch den Sieg der Franzosen steht auch Tschechien als Viertelfinalist fest. Zum ersten Mal seit 2009 wieder in die Runde der besten Acht eingezogen sind (gegen Lettland) auch die Weißrussen - dank des Doppelschlags von Geoff Platt und Michail Grabowski sowie des Treffers von Sergej Kostizyn eine Sekunde vor Schluss.

In der Gruppe A sind damit alle Viertelfinal-Plätze vergeben, nachdem zuvor schon Olympiasieger Kanada und Titelverteidiger Schweden ihr Weiterkommen perfekt gemacht hatten. Einzig Italien steht nach der 1:5-Niederlage gegen Schweden als Absteiger fix fest und tritt im kommenden Jahr wie Kasachstan bei der B-WM an.

Vize-Weltmeister out

In der Gruppe B hingegen haben neben dem Gastgeber bisher nur Rekordweltmeister Russland und die USA ihre Tickets für die K.o.-Runde gelöst. Finnland hat als letztes Team den Sprung ins Viertelfinale geschafft. Die Finnen wahrten ihre Chance mit einem 4:3 über die Kasachen ihre Chance. Nachdem Finnland alle Vorrundenpartien bestritten hatte, traten die konkurrierenden Letten  gegen die Schweiz an und verloren 2:3. Die Schweiz, der Vize-Weltmeister des Vorjahres, war bereits ausgeschieden.