Barcelona. "Als FIS-Chef Gian-Franco Kasper das Schild mit Seefeld hob, dachte ich, das kann nicht sein", erklärte Seefelds Bürgermeister Werner Frießer, unmittelbar nachdem sein Ort am Donnerstagabend den Zuschlag für die Austragung der nordischen Ski-WM 2019 bekommen hatte. Doch die erste Ungläubigkeit nach dem überraschenden Votum, bei dem sich Seefeld im finalen Wahldurchgang mit 9:8 gegen das damit schon zum vierten Mal hintereinander gescheiterte Oberstdorf durchgesetzt hatte, wich rasch dem Tatendrang.

Am Samstag treffen die frisch gekürten Veranstalter - die alpine WM 2019 bekam die schwedische Stadt Åre zugesprochen - mit den Vertretern des internationalen Skiverbandes FIS zusammen, um den weiteren Ablauf zu koordinieren. "Dann geht’s gleich mit der Arbeit los", sagte Frießer.

Noch in diesem Jahr sollen Planung und Genehmigungsverfahren für die Infrastrukturmaßnahmen durchgeführt werden. Zentrale Punkte werden die Errichtung einer Flutlichtanlage am Innsbrucker Bergisel, wo die Großschanzenbewerbe stattfinden, sowie die der temporären Stadien für das Normalschanzenspringen und die Langlaufbewerbe in Seefeld sein.

Zudem müssen Adaptierungen an den für die WM 1985 errichteten Loipen und Brücken vorgenommen werden. Im Ort werden weiters eine Vergrößerung der Fußgängerzone und des Bahnhofs diskutiert. Insgesamt sollen 12 Millionen Euro in die sportlichen und öffentlichen Infrastrukturmaßnahmen fließen, das Veranstaltungsbudget ist mit 17 Millionen Euro veranschlagt, die großteils durch das Geld für die Fernsehübertragungen abgedeckt werden sollen.

Bei den Sportlern selbst wurde die Nachricht indessen naturgemäß mit Begeisterung aufgenommen. "Es ist nicht selbstverständlich, dass man als Sportler eine Heim-WM erleben darf", sagte etwa Skisprung-Ass Gregor Schlierenzauer. Ob er selbst 2019 noch dabei sein wird, ließ er freilich offen. "Es ist noch weit weg, aber für mich schon realistisch", erklärte der 24-Jährige. Neo-Skisprung-Chefcoach Heinz Kuttin rechnet vor allem mit einem Impuls für den Nachwuchs. "Für viele wird das ein langfristiges Ziel sein, vielleicht sogar wichtiger als die Olympischen Winterspiele in Südkorea", erklärte er.