Wien. Der österreichische Förder-Kader für die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro hat seine erste große Evaluierung erfahren. Am Tag nach einer stundenlangen Sitzung der Strategie-Kommission wurde die adaptierte Athleten-Liste am Mittwoch in Wien präsentiert. Im Medaillenkader gibt es je acht Auf- und Absteiger. Schwimmer Dinko Jukic wurde nicht nur aus der höchsten Förderstufe gestrichen, der Olympia-Vierte über 200 Meter Delfin wurde vorläufig gänzlich aus der Unterstützung genommen. "Wie für jeden gilt auch für ihn: Wenn er die Leistungen erbringt und ihn der Verband für den Kader vorschlägt, dann gibt’s einen Weg zurück", erklärte Rio-2016-Koordinator Peter Schröcksnadel und stellte auch klar, dass Jukic bisher 40.000 Euro persönliche Förderung erhalten habe. Neu in der obersten Kategorie ist indessen Barbara Hansel als Neo-Partnerin von Beach-Volleyballerin Stefanie Schwaiger. Deren Schwester Doris hat ihre Karriere heuer beendet und scheint naturgemäß nicht mehr auf. Vom Medaillen- in den Hoffnungskader abgestiegen sind indessen unter anderem die Kanutin Violetta Oblinger-Peters, die bei den Spielen in Peking Dritte war, sowie die Hürdensprinterin Beate Schrott.

Kritik an Förderrangliste


Indessen manifestiert sich gegen eine andere Säule der Sportförderung Widerstand. Erstmals hatte der neu installierte Bundessportförderungsfonds eine Erfolgsrangliste der Fachverbände herausgegeben, deren Top 25 ab dem kommenden Jahr gestaffelt in den Genuss von insgesamt vier der 40 Millionen Euro für Leistungs- und Spitzensport kommen. Fünf Fachverbände äußerten am Mittwoch nach einem Treffen Kritik, darunter der Handballbund, der trotz WM-Qualifikation und EM-Teilnahme nur auf dem 36. Platz aufscheint. "Auch viele, die sich in den vorderen Rängen, also unter den Top 25, wiederfinden, sind nicht zufrieden mit dem Berechnungssystem", erklärte ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner.

An erster Stelle liegt der Skiverband mit einer Förderung von 429.300 Euro, dahinter kommen die Volleyballer (396.700), die Kletterer (365.300), die Schwimmer (335.300) und die Rodler (306.700). Selbst Sportminister Gerald Klug zeigte sich vom Gesamtranking "überrascht, besonders beim Handball".