Miami/Wien. 325 Millionen Dollar, ausgeschrieben dreihundertfünfundzwanzig Millionen Dollar, oder 260 Millionen Euro. So viel wird Giancarlo Stanton, 25-jähriger Baseballer, in den kommenden 13 Jahren bei den Miami Marlins verdienen. Es sind Zahlen, die einen schwindlig machen und kurz die Relationen verlieren lassen. Rekordvertrag, stand da auf diversen Internetseiten zu lesen, bestbezahlter Sportler der Geschichte, auf anderen.

Nun, feststeht: Um Stantons Auskommen braucht man sich in nächster Zeit keine Sorgen machen. Und es mag auch stimmen, dass das Gesamtvolumen des Kontrakts, den er am Montag mit dem Mittelständlerteam der Major League Baseball abgeschlossen hat, alles bisher im Sport Dagewesene übersteigt. Von bestbezahlt kann aber keine Rede sein. Heruntergebrochen auf die lange Laufzeit liegt er mit einem durchschnittlichen Jahresverdienst von knapp über 20 Millionen Euro in der Liste der Major-League-Baseball nur an siebenter Stelle; und auch für seinen Klub und dessen Besitzer Jeffrey Loria stellt der Vertrag kein allzu großes Problem dar.

Denn anders als in den meisten großen US-Sportligen gibt es im Baseball keine Gehaltsobergrenze. Zwar müssen Teams, deren Personalausgaben über einer bestimmten Marke liegen, einen gewissen Prozentsatz an Luxussteuer an den Ligafonds entrichten. Doch diese Grenze ist derart hoch angesetzt, dass es binnen der vergangenen zehn Jahre erst vier Teams, allen voran die New York Yankees und die Los Angeles Dodgers, bei denen Geld ohnehin keine Rolle spielt, geschafft haben, sie zu überschreiten; aktuell liegt sie bei umgerechnet 151 Millionen Euro pro Jahr. Da verwundert es wenig, dass im Baseball auch die Durchschnittsgehälter, die für Spieler ausgegeben werden, verglichen mit anderen Sportarten im Spitzenbereich liegen. Aus dem Global Sports Salaries Survey der Agentur Sporting Intelligence vom April geht heraus, dass die Yankees und die Dodgers im Jahr 2013 umgerechnet jeweils mehr als 6 Millionen Euro im Schnitt pro Spieler gezahlt haben - nur beim von Ölmillionen aus Abu Dhabi gespeisten englischen Fußballklub Manchester City waren es mit 6,5 Millionen mehr. Gerechnet wurden dabei freilich nur die Durchschnittsgehälter ohne Prämien und Werbeeinnahmen; die Stars der Szene kommen also da wie dort auf mehr. Das "Forbes"-Magazin etwa bezifferte den gesamten Jahresverdienst von Real-Madrid-Fußballer Cristiano Ronaldo zuzüglich aller Bonifikationen zuletzt mit rund 64 Millionen Euro.